Alyy
(Der vierte Kalif)
'Alyy's Jugend
"Mein Blick ist getrübt, und meine Beine sind schwach, aber ich will dich unterstützen, o Gesandter Allahs! " So sprach ein zehnjähriger Junge, als der Prophet seine Verwandten von seiner Sendung unterrichtete. Dieser Junge war 'Alyy Ibn Abi Talib, der Vetter des Propheten. 'Alyy war etwa 30 Jahre jünger als der Prophet. Sein Vater Abu Talib war der Onkel des Propheten; seine Mutter hieß Fatima. 'Abdullah Ibn 'Abdulmuttalib, der Vater des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, war vor dessen Geburt gestorben. In früher Jugend verlor der Prophet auch seine Mutter Amina Bint Wahb und seinen Großvater 'Abdulmuttalib. Sein Onkel Abu Talib nahm sich seiner an und zog ihn auf. Abu Talib hatte eine sehr große Familie und war ziemlich arm. Als 'Alyy geboren wurde, war der Prophet schon erwachsen und hatte Frau und Kinder. Er nahm 'Alyy in sein Haus und zog ihn wie seinen eigenen Sohn auf. Auf diese Weise konnte er eine Last von den Schultern seines geliebten Onkels nehmen. Aber auch für die Entwicklung 'Alyy's war dies von Bedeutung: er wuchs in einer Atmosphäre von Tugend und Frömmigkeit auf, die ihm ein anderes Heim nicht hätte geben können. Diese frühe Schulung hinterließ eine bleibende Wirkung auf 'Alyy's Gesinnung. Sie gab ihm einen klaren Blick und leidenschaftliche Liebe für die Wahrheit. Vor allem machte sie aus ihm einen furchtlosen Kämpfer für die Sache Allahs. Diese Eigenschaften erwiesen sich später als außergewöhnlicher Vorteil für den Islam.
'Alyy nimmt den Islam an
'Alyy war über neun Jahre alt, als der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, seine göttliche Sendung erhielt. Eines Tages sah er seinen Vetter und dessen Frau ihre Stirn auf den Boden neigen. Sie priesen Allah den Allmächtigen. 'Alyy war erstaunt; denn nie zuvor hatte er jemanden in dieser Weise beten sehen.
Als das Gebet beendet war, fragte 'Alyy seinen Vetter, was dieses fremdartige Verhalten bedeute.
"Wir beten Allah, den Einzigen, an. Ich rate dir, es ebenso zu machen. Neige niemals dein Haupt vor Al-Lat, Al-'Uzza oder anderen Götzen!", sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm.
"Von so etwas habe ich noch nie gehört", sagte 'Alyy, "ich will zuerst meinen Vater fragen und es dir dann sagen." "Du solltest jetzt noch nicht mit jemandem darüber sprechen, sondern selbst darüber nachdenken und dann zu einem Entschluss kommen", riet der Prophet seinem kleinen Vetter. Am nächsten Morgen nahm 'Alyy den Islam an. Er war der erste Jugendliche, der sich der Gemeinschaft des Islam anschloss. Eine ungewöhnlich selbständige Entscheidung für einen Jungen dieses Alters, besonders in einer Gesellschaft, die dem Götzendienst huldigte! Sie war ein Beweis für seine ihm angeborene Liebe zur Wahrheit.
Verbundenheit mit dem Propheten
'Alyy (r) wuchs in der liebenden Fürsorge des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, heran. Er bekam eine tiefe Einsicht in die grundlegende Wirklichkeit des Lebens und des Glaubens. Der Prophet sagte einmal über ihn: "Ich bin die Stadt der Weisheit, und 'Alyy ist ihr Tor." 'Alyy's Liebe zum Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, kannte keine Grenzen. In der Nacht, als der Prophet nach Yatrib, dem späteren AI-Madina, aufbrach, war dessen Haus von blutdürstigen Männern umzingelt. Ringsum blitzten gezückte Schwerter, und die Männer waren bereit, den Mann, der aus dem Haus heraustrat, in Stücke zu schlagen. Der Prophet bat 'Alyy, sich in sein Bett zu legen, während er selbst unbemerkt das Haus verließ. 'Alyy sprang freudig in das Bett und schlief ruhig die ganze Nacht lang. Um das Haus schwebte der Tod, aber 'Alyy kümmerte sich nicht darum. Er war glücklich darüber, dass er helfen konnte, das Leben des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu retten. Als die Qurais am nächsten Morgen bemerkten, dass sie überlistet worden waren, gerieten sie außer sich vor Wut. Einige schlugen vor, dass 'Alyy mit dem Leben für diese Täuschung bezahlen solle. Er nahm jedoch die Drohung mit solch kühnem Mut auf, daß die Qurais ihn in Ruhe ließen. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, hatte von einigen Makkanern Gelder zur Aufbewahrung erhalten; denn bei aller Abneigung gegen ihn wußten die Makkaner keinen anderen Mann, dem sie diese anvertrauen konnten. Bevor der Prophet Makka verließ, übergab er die ihm anvertrauten Gelder 'Alyy, der sie den Eigentümern gewissenhaft aushändigen sollte. 'Alyy blieb noch drei Tage in Makka, und nachdem er das Geld zurückgegeben hatte, ging auch er nach AI-Madina, um beim Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu sein.
´ Alyy (r) war ein naher Blutsverwandter des Propheten, aber dieser wollte ihn noch enger an sich binden und gab ihm seine Tochter Fatima (r) zur Frau. Sie war seine jüngste und von allen am meisten geliebte Tochter. 'Alyy würdigte diese Ehre damit, daß er keine andere Frau nahm, so lange Fatima lebte. Al-Hasan (r) und Al-Husain (r) waren ihre beiden Söhne, die der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, wie seine eigenen Kinder liebte.
Im Jahre 9 n.H. bereitete der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, einen Feldzug gegen Syrien vor, das bekannte Unternehmen Tabuk. Er entschied, daß 'Alyy während seiner Abwesenheit AI-Madina verwalten solle. Heuchler nahmen 'Alyy diese Stellung übel.
"Der Prophet will 'Alyy nicht bei sich haben", sagten sie. Als der Prophet davon erfuhr, ließ er sofort 'Alyy zu sich kommen und sagte: "O 'Alyy, möchtest du nicht im gleichen Verhältnis zu mir stehen wie Aaron zu Mose?" Diese Worte des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, brachten die Heuchler zum Schweigen. Im Jahre 9 n.H. fand der erste Hagg des Islam statt. Zu der Zeit hatte Allah (t) verboten, daß die Götzenanbeter die Al- Ka'ba betraten, und das sollte nun den Menschen, die sich zum Hagg versammelten, bekannt gegeben werden. Nach islamischer Gepflogenheit konnte das nur der Prophet selbst oder ein naher Verwandter von ihm tun. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, beauftragte 'Alyy damit und gab ihm seine eigene Kamelstute Al-Qaswa'. 'Alyy ritt auf ihr und verlas der Menge den Befehl Allahs.
'Alyy war einer der Schreiber der Offenbarungen. Auch die vom Propheten versandten Briefe wurden 'Alyy zur Niederschrift diktiert.
Er war einer der zehn Männer, denen der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, das Paradies verheißen hat. Die drei Kalifen vor 'Alyy verließen sich immer auf seine Ratschläge. 'Umar (r) pflegte zu sagen; "Alyy ist der beste Richter unter uns."
Mehr als einmal ließ 'Umar 'Alyy als seinen Stellvertreter in AI-Madina zurück, wenn er die Stadt zu verlassen hatte. In der Tat hielt 'Umar 'Alyy für den am meisten geeigneten Mann, um seine Amtsgeschäfte fortzuführen. Wahrscheinlich bestimmte er ihn nur deshalb nicht ausdrücklich zu seinem Nachfolger, weil er annahm, daß das Volk ihn wählen würde. In den ersten Jahren von 'Utmans Kalifat hatte 'Alyy's Wort bei der Gestaltung der Staatspolitik großes Gewicht. Erst in den späteren Jahren ließ sich der alte Kalif von seinen Verwandten beraten.
Teilnahme an Schlachten
'Alyy (r) war der Held so mancher Schlacht zu Lebzeiten des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Mit Ausnahme des Feldzugs nach Tabuk nahm er an allen Schlachten und Feldzügen teil. In der Schlacht von Badr vollbrachte 'Alyy's Schwert wahre Wunder: Nach arabischer Sitte traten drei der tapfersten Krieger der Qurais zum Einzelkampf vor, und 'Alyy tötete zwei von ihnen. Die Feinde verloren dadurch den Mut.
Auf dem Schlachtfeld von Uhud stand 'Alyy (r) tapfer an der Seite des Propheten. Diese Schlacht ging durch die Schuld der muslimischen Bogenschützen verloren, die den Paß unverteidigt ließen. Unordnung und Panik verbreiteten sich daraufhin unter den Muslimen, die sich zur Flucht wandten, und es kam sogar das Gerücht auf, daß der Gesandte Allahs getötet worden sei. In all dieser Verwirrung war 'Alyy einer von denen, die sich dicht beim Propheten aufhielten. Der Feind hatte eine tiefe Grube ausgehoben und mit Zweigen und Gras bedeckt, und der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, stürzte in sie hinein. Mit Hilfe von Abu Bakr und Talha gelang es 'Alyy jedoch, ihn wieder herauszuziehen, und er und Fatima wuschen und behandelten daraufhin seine Wunden. 'Alyy wurde siebzehnmal in dieser Schlacht verwundet.
Im Jahre 5 n.H. verbündeten sich alle Feinde des Islam und führten eine große Armee gegen AI-Madina. Daraufhin ließ der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zur Verteidigung einen tiefen und breiten Graben rund um die Stadt ausheben. Aber eines Tages sprang 'Abdwud, ein in ganz Arabien berühmter und gefürchteter Krieger, mit seinem Pferd über den Graben. Niemand wagte es, sich ihm zu nähern. Schließlich stellte sich 'Alyy ihm zum Kampf. "Denke daran", sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu 'Alyy, "es ist ´Abdwud! " "Ja, ich weiß es", entgegnete 'Alyy, und in wenigen Minuten warf er seinen mächtigen Gegner nieder und schlug ihm den Kopf ab.
Die Juden hatten eine Reihe starker Befestigungen in Haibar, und diese waren eine Quelle ständiger Bedrohung für die Muslime. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, führte deshalb schließlich eine Armee gegen sie, um diese Gefahr zu beseitigen. Die Juden lieferten den Muslimen einen hartnäckigen Kampf, verloren aber eine Festung nach der anderen. Als die stärkste erwies sich die Festung Qumus, und ihr Kommandant Marhab schlug alle Angriffe zurück. Schließlich sagte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm:
"Morgen übergebe ich die Standarte einem Mann, der von Allah und Seinem Propheten geliebt wird, und der Allah und Seinen Propheten liebt. Allah wird ihm den Sieg schenken." Alle waren nun neugierig zu erfahren, wer der Glückliche war. Am nächsten Morgen wurde 'Alyy die Standarte überreicht. Er schlug Marhab und seinen Bruder und nahm die Festung ein.
'Alyy (r) schrieb auch den Friedensvertrag von Al-Hudaibiya: Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, diktierte die Bedingungen, und 'Alyy schrieb sie nieder. Dabei beanstandeten die Unterhändler der Qurais die Worte "Allahs Prophet", die jeweils immer dem Namen des Propheten beigefügt worden waren, und wünschten statt dessen die Worte "Muhammad Ibn 'Abdullah". Der Prophet stimmte zu, aber 'Alyy weigerte sich, die Worte "Allahs Prophet" zu streichen. So mußte der Prophet schließlich eigenhändig diese Worte auslöschen.
Als der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, siegreich in Makka einmarschierte, trug 'Alyy die Fahne des Islam.
In der Schlacht bei Hunain herrschte zeitweilig eine ähnliche Verwirrung wie bei Uhud. Aber 'Alyy gehörte zu denen, die dicht an der Seite des Propheten kämpften.
'Alyy's Ernennung zum Kalifen
Nach 'Utmans Ermordung gab es drei Tage lang keinen Kalifen. Al-Madina befand sich vollständig in der Gewalt der Aufriihrer. Gafqi, der Anführer der ägyptischen Aufrührer, sprach die Gebete in der Moschee des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Die meisten Sahaba hatten Al-Madina während der düsteren Tage der Katastrophe verlassen und die wenigen, die zurückgeblieben waren, fühlten sich völlig hilflos. Sie saßen in ihren Häusern und ließen die Rebellen gewähren.
Diese schlugen 'Alyy als Kalifen vor und baten ihn, das Amt anzunehmen. Zuerst weigerte sich 'Alyy, aber irgend jemand mußte ja dafür sorgen, daß das Leben wieder normal wurde; denn in der Hauptstadt ging alles drunter und drüber. Zuerst mußten Friede und Ordnung wieder einkehren. 'Alyy besprach sich mit den Sahaba, die noch in AI-Madina zurückgeblieben waren, und sie sagten, er solle sich bereitfinden, dem Volk zu dienen.
So willigte 'Alyy schließlich ein, die Verantwortung zu übernehmen und die Sache der Muslime in die Hand zu nehmen, und stimmte zu, der vierte Kalif des Islam zu werden. Dann ging 'Alyy (r) in die Moschee des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, um den Treueschwur entgegenzunehmen. Malik AI-Astar war der erste, der ihm die Treue gelobte, andere folgten ihm. Talha und Az-Zubair, die beiden bekannten Sahaba, waren zu dieser Zeit in AI-Madina. Sie gehörten zu den sechs Wahlmännern, die damals von 'Umar (r) ernannt worden waren, und 'Alyy wollte sicher gehen, daß sie auf seiner Seite waren. Deshalb ließ er sie rufen.
"Wenn einer von euch Kalif werden möchte", sagte 'Alyy zu ihnen, "will ich ihm Treue geloben."
Beide weigerten sich jedoch, diese Bürde auf sich zu nehmen.
"Dann gelobt mir die Treue", sagte 'Alyy.
Az-Zubair blieb stumm, und Talha zeigte Unwillen. Als Malik Al-Astar dies bemerkte, zog er sein Schwert und sagte:
"Gelobt 'Alyy die Treue, oder ich schlage euch die Köpfe ab!"
Daraufhin leisteten beide den Schwur.
Als nächster wurde Sa'd Ibn Abi Waqqas (r) gerufen, der auch einer der sechs Wahlmänner war.
"Von mir brauchst du nichts zu befürchten. Wenn andere dir Treue gelobt haben, dann will ich es auch tun", versicherte er 'Alyy.
Nun kam die Reihe an 'Abdullah Ibn 'Umar, der das gleiche sagte.
"Für dich muß jemand bürgen", sagte 'Alyy.
"Ich kann aber keinen Bürgen anbieten", war die Antwort.
Da sprang Malik Al-A5tar auf und rief:
"Überlasse ihn mir, ich schlage ihm den Kopf ab!"
"Nein, nein", sagte 'Alyy, "ich bürge selbst für ihn."
Einige der führenden Al-Ansar legten den Eid nicht ab. Alle Angehörigen der Familie der Umayyaden flohen nach Syrien; sie nahmen das blutgetränkte Hemd des letzten Kalifen und die abgeschlagenen Finger seiner Frau Nä'ila mit sich.
Die erste Ansprache
Nachdem er Kalif geworden war, hielt 'Alyy (r) seine erste Ansprache. Sie war beredt und kraftvoll. 'Alyy sagte darin: "Das Gebiet um die Al-Ka'ba ist heilig. Allah (t) befiehlt den Muslimen, wie Brüder zu leben. Muslim ist, wer niemanden mit Wort oder Taten verletzt. Euren Umgang mit anderen Menschen soll die Furcht vor Allah (t) bestimmen; denn am Tage des Gerichts werdet ihr euch für euer Verhalten verantworten müssen, sogar gegenüber den Tieren. Gehorcht Allah, dem Allmächtigen! Verwerft Seine Befehle nicht! Tut Gutes und haltet euch fern vom Bösen!"
'Alyy (r) wußte sehr wohl, daß eine schwere Zeit kommen würde. Die Kräfte der Gesetzlosigkeit waren entfesselt, und ruhelose Arbeit, große Geduld und viel Einfühlungsvermögen waren nötig, um Gesetz und Ordnung wieder herzustellen. 'Alyy hoffte, diese Aufgabe mit Unterstützung seines Volkes zu bewältigen.
'Alyy in Verlegenheit
Nach dieser Ansprache kamen einige Sahaba zu 'Alyy; unter ihnen waren auch Talha und Az-Zubair.
"Du bist jetzt Kalif4, sagte die Abordnung, "deine erste Pflicht ist es, die SarTa durchzusetzen und die Mörder 'Utmans zu bestrafen. Unter dieser Voraussetzung haben wir dir die Treue gelobt."
"Ich will 'Utmans Tod nicht ungerächt lassen", versicherte 'Alyy, "aber ihr müßt warten; denn die Verhältnisse sind noch nicht normal. Die Aufrührer sind noch zu mächtig in Al- Madina. Wir befinden uns in ihrer Gewalt, und meine eigene Stellung ist unsicher. Deshalb wartet bitte noch. Sobald die Verhältnisse es erlauben, will ich meine Pflicht tun." Diese Antwort stellte nicht alle zufrieden. Einige meinten, 'Alyy (r) versuche auszuweichen, aber andere glaubten, dass seine Worte aufrichtig seien. Wieder andere verlangten, dass das Volk selbst die Sache in die Hand nehmen solle. Wenn 'Alyy nicht in der Lage sei, die Mörder 'Utmans zu bestrafen, dann müßten sie es eben selbst tun.
Die Aufrührer erfuhren von diesen Meinungsverschiedenheiten. Sie waren sicher, daß 'Alyy sie strafen würde, wenn normale Zustände herrschten, und die Fortdauer der Unruhen war ihre einzige Hoffnung. Um dies zu erreichen, brauchten sie nur eine Partei gegen die andere auszuspielen. Sie begannen sofort damit und säten überall Mißtrauen. Ihr Ziel war, die Vertreter der öffentlichen Meinung zu entzweien; denn nur dadurch konnten sie ihre Sicherheit und ihre Zukunft retten.
Bald nach der Übernahme seines Amtes spürte 'Alyy das furchtbare Gewicht der Schwierigkeiten auf seinem Weg. Die Aufrührer unterstützen ihn; sie waren nach Al-Madina gekommen, um ihn zum Kalifen zu machen. Aber sie hatten eine Methode angewandt, die er nicht billigte. Er fühlte, daß er sie bestrafen müsse. Dazu brauchte er die gemeinsame Unterstützung der Sahaba und all seiner Offiziere. Dieser Unterstützung war er sich jedoch nicht ganz sicher. Daher mußte er warten und beobachten. Es gab Leute, darunter einige sehr ehrenwerte, die diese seine Politik des Zögerns mißverstanden. Sie wünschten ein schnelles Handeln, wie sie es in den Tagen Abu Bakrs und 'Umars gesehen hatten. Sie waren sich nicht bewußt, daß die Verhältnisse jetzt völlig anders waren.
In diesem Dilemma befand sich 'Alyy (r). Sein starker Gerechtigkeitssinn forderte unnachgiebiges und schnelles Handeln; seine unsichere Lage verbot es. 'Alyy sah keinen Ausweg.
'Alyy nimmt seine Aufgabe in Angriff
'Alyy (r) glaubte wirklich, daß 'Utmans Schwierigkeiten nur durch die Männer in dessen Umgebung entstanden seien. Unbändiger Ehrgeiz der Familie der Banu Umayya war für ihn die eigentliche Ursache des Geschehenen. Sie hatte sich ungebührlichen Vorteil durch den ehrwürdigen alten Mann 'Utman (r) verschafft. Die Männer dieser Familie hatten ihn als ihr Werkzeug benutzt, die Macht an sich gerissen und sie mißbraucht. Sie waren es, die den Narnen des Kalifen in Verruf gebracht hatten. Sein tragischer Tod und die fortschreitende Unruhe konnten auf das Treiben dieser Männer zurückgeführt werden. Sie mußten gehen, wenn die Lage wieder normal werden sollte. 'Alyy entschloß sich, die Ursache allen Übels an der Wurzel zu packen. Seine erste Handlung als Kalif war es deshalb, alle Provinzgouverneure zu entlassen und neue Männer an ihre Stelle zu setzen. Ibn 'Abbas und Al-Mugira Ibn Su'ba, die zu 'Alyy's treuesten Freunden gehörten, rieten ihm jedoch von übereiltem Vorgehen ab.
"Verlange zuerst von allen Gouverneuren den Treueid", schlugen sie ihm vor, "wenn du fest im Sattel sitzt, kannst du tun, was du willst. Aber wenn du sie jetzt entläßt, könnten sie sich weigern, dich als Kalifen anzuerkennen. 'Utmans Ermordung kann leicht als Vorwand genommen werden, den sie dazu benutzen könnten, um die Waffen gegen dich zu erheben."
Aber 'Alyy (r) hörte nicht auf sie. Er glaubte nicht, daß die Justiz sich auch von der Zweckmäßigkeit leiten lassen müsse.
Al-Mugira Ibn Su'ba war darüber verärgert, und er warnte den neuen Kalifen, daß ihn seine hastige Handlungsweise noch in Schwierigkeiten bringen werde. Dann verließ er Al-Madina und ging nach Makka.
'Alyy nimmt seine Aufgabe in Angriff
'Alyy (r) glaubte wirklich, daß 'Utmans Schwierigkeiten nur durch die Männer in dessen Umgebung entstanden seien. Unbändiger Ehrgeiz der Familie der Banu Umayya war für ihn die eigentliche Ursache des Geschehenen. Sie hatte sich ungebührlichen Vorteil durch den ehrwürdigen alten Mann 'Utman (r) verschafft. Die Männer dieser Familie hatten ihn als ihr Werkzeug benutzt, die Macht an sich gerissen und sie mißbraucht. Sie waren es, die den Narnen des Kalifen in Verruf gebracht hatten. Sein tragischer Tod und die fortschreitende Unruhe konnten auf das Treiben dieser Männer zurückgeführt werden. Sie mußten gehen, wenn die Lage wieder normal werden sollte. 'Alyy entschloß sich, die Ursache allen Übels an der Wurzel zu packen. Seine erste Handlung als Kalif war es deshalb, alle Provinzgouverneure zu entlassen und neue Männer an ihre Stelle zu setzen. Ibn 'Abbas und Al-Mugira Ibn Su'ba, die zu 'Alyy's treuesten Freunden gehörten, rieten ihm jedoch von übereiltem Vorgehen ab.
"Verlange zuerst von allen Gouverneuren den Treueid", schlugen sie ihm vor, "wenn du fest im Sattel sitzt, kannst du tun, was du willst. Aber wenn du sie jetzt entläßt, könnten sie sich weigern, dich als Kalifen anzuerkennen. 'Utmans Ermordung kann leicht als Vorwand genommen werden, den sie dazu benutzen könnten, um die Waffen gegen dich zu erheben."
Aber 'Alyy (r) hörte nicht auf sie. Er glaubte nicht, daß die Justiz sich auch von der Zweckmäßigkeit leiten lassen müsse.
Al-Mugira Ibn Su'ba war darüber verärgert, und er warnte den neuen Kalifen, daß ihn seine hastige Handlungsweise noch in Schwierigkeiten bringen werde. Dann verließ er Al-Madina und ging nach Makka.
Kühler Empfang für 'Alyy's neue Gouverneure
Die von 'Alyy neu ernannten Gouverneure schickten sich an, ihre Ämter zu übernehmen, aber keiner von ihnen hatte es leicht.
Ägypten schien am ehesten auf der Seite 'Alyy's zu sein. Doch als der neue Gouverneur dort eintraf, fand er eine ganz andere Lage vor. Ein Teil des Volkes erkannte ihn an, aber eine starke Gruppe verlangte die rasche Bestrafung der Mörder 'Utmans. Sie sagten, ehe das nicht geschehen sei, wollten sie mit dem neuen Kalifen und seinen Gouverneuren nichts zu tun haben. Eine andere Gruppe verlangte das Gegenteil. Sie forderte, daß die Mörder überhaupt nicht bestraft werden sollten.
Der neue Gouverneur von Al-Basra sah sich vor einer ähnlichen Schwierigkeit: Eine Gruppe im Volk stand hinter den Aufrührern, eine andere war gegen sie. Der für Al-Kufa ernannte Gouverneur war noch unterwegs, als er auf eine starke Gruppe mächtiger Männer dieser Stadt stieß.
"Es ist besser, wenn du zurückkehrst", sagten sie.
"Das Volk von Al-Kufa will dich nicht an der Stelle von Abu Musa Al-As'aryy haben. Setze dein Leben nicht aufs Spiel!"
Die Drohung schüchterte den armen, zum Gouverneur bestimmten Mann so ein, daß er folgsam nach Al-Madina zurückkehrte.
Als der für Syrien ausgesuchte Gouverneur Tabuk erreichte, fand er seinen Weg von Mu'awiyas Soldaten versperrt. Er zeigte ihnen sein Ernennungsschreiben.
"Wärst du von 'Utman ernannt worden, dann wärst du willkommen. Da du aber von einem anderen geschickt worden bist, tust du besser daran, umzukehren", sagten sie, und so mußte auch dieser zum Gouverneur Berufene nach AI- Madina zurückkehren.
Der neue Gouverneur vom Yemen übernahm sein Amt ohne Schwierigkeiten. Aber sein Vorgänger hatte ihm eine leere Staatskasse hinterlassen.
Mu'awiya erkennt 'Alyy's Kalifat nicht an
Al-Kufa und Syrien waren die beiden Provinzen, die öffentlich die Autorität des neuen Kalifen mißachtet hatten. 'Alyy (r) sandte deshalb Boten zu ihren Gouverneuren und forderte von ihnen eine Erklärung. Abu Musa Al-As'aryy, der Gouverneur von Al-Kufa, gab eine befriedigende Antwort: Er versicherte dem Kalifen seine Treue und sagte, daß das Volk den neuen Kalifen anerkannt habe. Was den Gouverneur von Syrien anbelangst, so hatte 'Alyy in seinem Brief an Mu'awiya geschrieben:
"Gelobe mir deine Treue oder mache dich zum Kampf bereit."
Mu'awiya sandte einen besonders klugen Mann, der seinen Antwortbrief überbrachte. 'Alyy Öffnete ihn und las:
"Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen."
Über diese wenigen Worte war 'Alyy erstaunt.
"Was will Mu'awiya damit sagen?" fragte er den Boten. Dieser stand auf und sagte:
"Als ich Syrien verließ, weinten 50.000 alte Kämpfer um 'Utman. Ihre Barte waren feucht von Tränen, und sie haben geschworen, die Mörder des Kalifen zu bestrafen. Sie werden ihr Schwert nicht eher in die Scheide stecken, als bis sie Rache genommen haben."
Einer der Männer, die bei ´Alyy saßen, stand auf und sagte:
"Bote von Syrien, glaubst du, daß du uns mit der syrischen Armee einschüchtern kannst? Bei Allah, 'Utmans Hemd ist nicht das Hemd des Propheten Joseph, auch ist Mu'awiyas Sorge um ihn nicht die Sorge des Propheten Jakob. Wenn man auch in Syrien um 'Utman trauert, gibt es doch auch Leute im Irak, die schlecht von ihm sprechen."
Die Worte des Boten verletzten auch 'Alyy, und er rief aus:
"O Allah, Du weißt sehr gut, daß ich mit 'Utmans Ermordung nichts zu tun habe. Bei Allah, seine Mörder sind entkommen!"
Mu'awiyas Antwort war ein deutlicher Hinweis auf die Absichten des syrischen Gouverneurs: Ohne Kampf würde er nicht nachgeben. Daher bereitete sich 'Alyy darauf vor. Al- Hasan, sein ältester Sohn, war gegen Blutvergießen. Er bat seinen Vater, lieber das Kalifat aufzugeben, als einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören.
"Auf die Dauer wird das Volk deine Führung doch anerkennen", fuhr er fort. 'Alyy stimmte dieser Auffassung seines Sohnes jedoch nicht zu. Der drohende Zusammenstoß zwischen 'Alyy und Mu'awiya verursachte Unbehagen in AI-Madina. Jeder wußte, wie mächtig und klug der syrische Gouverneur war; es würde sehr schwierig sein, ihn in die Knie zu zwingen. 'Alyy meinte, daß er selbst diese Aufgabe übernehmen sollte. Bald war eine Armee bereit, um gegen die zu kämpfen, die die Herrschaft des Kalifen nicht anerkannten.
Die Kamelschlacht
'A'ischa fordert Vergeltung für 'Utman
Ehe 'Alyy sich mit Mu'awiya befassen konnte, sah er sich einer anderen Gefahr gegenüber: 'A'ischa, Tochter Abu Bakrs und eine Witwe des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, wandte sich gegen ihn. Als 'Utman erschlagen wurde, vollzog sie gerade den Hagg.
Als sie auf dem Heimweg die schreckliche Nachricht von seiner Ermordung erhielt, kehrte sie nach Makka zurück und wandte sich an eine öffentliche Versammlung. Sie erzählte den Menschen, wie grausam die Aufrührer gewesen waren, als sie den Kalifen kaltblütig töteten, dazu noch in der Stadt des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Sie forderte die Menge auf, den Tod des ermordeten Kalifen zu rächen. Hunderte von Männern folgten dem Aufruf 'A'ischas, darunter auch der Gouverneur von Makka. In der Zwischenzeit waren auch Talha und Az-Zubair in Makka eingetroffen. Sie berichteten 'A'ischa (r), was sie in Al-Madina gesehen hatten, und drängten sie, schnell gegen die Aufrührer zu handeln. Sie sicherten ihr ihre Unterstützung zu und gaben ihr den Rat, nach Al-Basra zu gehen, um weitere Truppen zur Verstärkung für ihr Vorhaben zu gewinnen. Zu dieser Zeit war auch 'Abdullah Ibn 'Umar in Makka. Man versuchte, ihn auf 'A'ischas Seite zu ziehen, aber der fromme 'Abdullah (r) weigerte sich, in den Bürgerkrieg hineingezogen zu werden.
'A'ischa (r) machte sich an der Spitze einer starken Streitmacht auf den Weg nach Al-Basra. Unterwegs stießen weitere Kämpfer zu ihr, und als sie Al-Basra erreichte, standen 3000 Mann unter ihrer Fahne. Der Gouverneur von Al-Basra sandte ihr Leute entgegen, um den Grund ihres Besuches zu erfahren. Sie sagte, sie sei gekommen, um das Volk auf seine Pflicht gegenüber dem ermordeten Kalifen aufmerksam zu machen. Die Boten fragten dann auch Talha (r) und Az-Zubair (r), warum sie gekommen seien.
"Wir wollen den Tod 'Utmans rächen", erwiderten sie. "Aber ihr habt doch 'Alyy die Treue geschworen", wandten die Boten ein. "Das Gelöbnis wurde unter Druck abgelegt", sagten die beiden. "Allerdings müßten wir zu unserem Eid stehen, wenn 'Alyy 'Utmans Tod gerächt oder uns erlaubt hätte, es zu tun." Der Gouverneur von Al-Basra entschied, 'A'ischa Widerstand zu leisten, bis Hilfe von 'Alyy kam. Er führte eine Armee vor die Stadt und machte sich zum Kampf bereit. Als beide Heere sich gegenüberstanden, richtete 'A'ischa (r) einen aufrührenden Appell an die Gefühle des Heeres aus Al-Basra. Sie sprach von 'Utmans kaltblütiger Ermordung und erklärte, daß die Rache notwendig sei. Ihre Rede war so wirkungsvoll, daß die halbe Armee des Gouverneurs auf ihre Seite trat. Dann begann der Kampf. Er dauerte bis zum Abend und wurde auch am nächsten Tag fortgesetzt, bis man endlich mittags Frieden schloß; man kam überein, einen Mann nach Al-Madina zu schicken, der herausfinden sollte, ob Talha und Az-Zubair ihren Treueschwur auf 'Alyy aus freiem Willen oder unter Druck abgelegt hätten. Im ersten Fall sollte 'A'ischa ihr Heer zurückziehen, im letzteren Fall müßte der Gouverneur Al-Basra aufgeben.
Der oberste Richter von Al-Basra wurde dazu bestimmt, nach Al-Madina zu gehen und die Wahrheit herauszufinden, und beide Parteien wollten seinen Bericht anerkennen. Der oberste Richter war Ka'b Ibn Taur. Er erreichte Al-Madina an einem Freitag und begab sich sogleich in die Moschee des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Er stellte sich vor das Volk und sagte: "O Leute, das Volk von Al-Basra sendet mich, um herauszufinden, ob Talha und Az-Zubair ihren Treueid freiwillig oder unter Druck geleistet haben."
"Bei Allah !" entgegnete Usama Ibn Zaid. "Er wurde unter Bedrohung mit dem Schwert abgegeben."
Usamas Worte wurden von einer Anzahl führender Sahaba bestätigt. Der oberste Richter von Al-Basra sah es somit als erwiesen an, daß die Aussage von Talha und Az-Zubair richtig war.
A'ischa besetzt Al-Basra :
Als 'Alyy von den Vorgängen in Al-Basra erfuhr, schrieb er dem Gouverneur, er solle nicht nachgeben.
"Selbst wenn Talha und Az-Zubair zum Treueid gezwungen worden sind", hieß es in seinem Brief, "für die Einheit der Muslime ist Gewalt nötig. Sie wird jedoch nicht benutzt, um sie zu entzweien."
Inzwischen war der oberste Richter nach Al-Basra zurückgekehrt. Er bestätigte, was Talha und Az-Zubair gesagt hatten, und diese verlangten, daß der Gouverneur sein Wort halten und die Stadt aufgeben solle.
Dieser hatte aber inzwischen gegenteilige Anweisungen erhalten. Seine Pflicht gegenüber dem Kalifen stellte er über sein gegebenes Wort, und er kämpfte, um die Stadt zu verteidigen. Er wurde jedoch besiegt und gefangengenommen, und Al-Basra wurde am 4. des Monats Rabi'u-1-Ahir des Jahres 36 n.H. besetzt.
Talha und Az-Zubair begannen sogleich, nach Leuten zu suchen, die am Aufstand gegen 'Utman (r) teilgenommen hatten, und Hunderte von Männern wurden aufgegriffen und verhört. Eine große Zahl von ihnen wurde eingesperrt und vor Gericht gestellt, viele wurden für schuldig befunden und getötet.
Nach der Besetzung Al-Basras richteten 'A'ischa, Talha und Az-Zubair einen langen Brief an die Gouverneure der verschiedenen Provinzen des islamischen Reiches, in dem beschrieben wurde, wie schwer Allahs Hand die Mörder 'Utmans in Al-Basra getroffen habe.
Die Sahaba widersprechen 'Alyy
Die Vorfälle in Al-Basra beunruhigten 'Alyy sehr, und er beschloß, zunächst von Mu'awiya abzulassen, um zuerst im Irak Ordnung zu schaffen. Einen Zusammenstoß mit 'A'ischa (r) konnte er leider nicht verhindern. Er rief das Volk von Al-Madina unter seine Fahne, aber der Widerhall war schwach; denn der Gedanke an das Unternehmen war für die meisten Sahaba unerträglich. Wie konnten sie mit der Witwe des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, die Schwerter kreuzen? Sa'd Ihn Abi Waqqas (r), der Eroberer Persiens, sagte:
"Führer der Gläubigen! Ich wünsche ein Schwert, das die Muslime von den Ungläubigen trennt. Wenn du mir ein solches gibst, kämpfe ich an deiner Seite; hast du aber kein solches Schwert, dann entschuldige mich bitte." , 'Abdullah Ibn 'Umar sagte:
"Im Namen Allahs fordere ich dich auf, nichts von mir zu verlangen, was meinem Gewissen widerspricht."
"Der Gesandte Allahs befahl mir", sagte Muhammad Ibn Muslima, "mein Schwert nur gegen Ungläubige zu benutzen. Aber er bat mich, es zu zerbrechen, wenn es sich gegen Muslime richten sollte, und ich habe mein Schwert bereits in Stücke zerbrochen."
Usama Ibn Zaid rief:
"Bitte befreie mich von dieser Pflicht! Ich habe einen Eid abgelegt, gegen niemanden zu kämpfen, der sagt: »Es ist kein Gott außer Allah«".
Als Malik Al-Astar erfuhr, was diese Sahaba gesagt hatten, schlug er ´Alyy vor, sie ins Gefängnis zu werfen.
"Nein", erwiderte 'Alyy, "ich will sie nicht gegen ihren Willen zwingen."
Die Sahaba widersprechen 'Alyy
Die Vorfälle in Al-Basra beunruhigten 'Alyy sehr, und er beschloß, zunächst von Mu'awiya abzulassen, um zuerst im Irak Ordnung zu schaffen. Einen Zusammenstoß mit 'A'ischa (r) konnte er leider nicht verhindern. Er rief das Volk von Al-Madina unter seine Fahne, aber der Widerhall war schwach; denn der Gedanke an das Unternehmen war für die meisten Sahaba unerträglich. Wie konnten sie mit der Witwe des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, die Schwerter kreuzen? Sa'd Ihn Abi Waqqas (r), der Eroberer Persiens, sagte:
"Führer der Gläubigen! Ich wünsche ein Schwert, das die Muslime von den Ungläubigen trennt. Wenn du mir ein solches gibst, kämpfe ich an deiner Seite; hast du aber kein solches Schwert, dann entschuldige mich bitte." , 'Abdullah Ibn 'Umar sagte:
"Im Namen Allahs fordere ich dich auf, nichts von mir zu verlangen, was meinem Gewissen widerspricht."
"Der Gesandte Allahs befahl mir", sagte Muhammad Ibn Muslima, "mein Schwert nur gegen Ungläubige zu benutzen. Aber er bat mich, es zu zerbrechen, wenn es sich gegen Muslime richten sollte, und ich habe mein Schwert bereits in Stücke zerbrochen."
Usama Ibn Zaid rief:
"Bitte befreie mich von dieser Pflicht! Ich habe einen Eid abgelegt, gegen niemanden zu kämpfen, der sagt: »Es ist kein Gott außer Allah«".
Als Malik Al-Astar erfuhr, was diese Sahaba gesagt hatten, schlug er ´Alyy vor, sie ins Gefängnis zu werfen.
"Nein", erwiderte 'Alyy, "ich will sie nicht gegen ihren Willen zwingen."