Begriff "Islam"
"Islam" bedeutet "Hingabe, Annahme, Übergabe, Unterwerfung". Ein Muslim, ein den Islam Ausübender, zu sein, bedeutet die Überantwortung der eigenen Person an den Willen des unbeschränkten göttlichen Herrschers, dessen Willen in allen Aspekten des Lebens zu folgen man sich vorgenommen hat.
Da der Wille Gottes in Gesetzen festgelegt ist, ist der Islam eine Gesetzesreligion. Diese Gesetze richten den Menschen nicht nur auf ein Jenseits aus, sondern sie gestalten das ganze Diesseits. Da Gott der Herrscher über alles ist, kennt der Islam auch keine Trennung von geistlich (Religion) und weltlich, er ist totalitär, die Totalität der menschlichen Wirklichkeit bestimmend. Deshalb kennt der Islam auch keine Trennung von Religion und Staat, und es ist konsequent, daß der Islam in vielen Staaten Staatsreligion ist.
Führung ist es, was der Muslim von seiner Religion erwartet, Führung durch Verweis
- auf die Tradition
- auf das Wort Gottes
- auf das Vorbild des Propheten
Erlösung kommt im Islam nicht vor.
Abkehr von der Welt wäre falsch: das Ideal ist nicht der Mönch, sondern der Verheirate. Auch Asketen hatten meist eine Familie: Askese bedeutet oft skrupelhafte Beachtung der Reinheitsvorschriften.
Die Kategorien des religiösen Gesetzes
Das religiöse Gesetz gilt nur für Muslime. Nichtmuslime sind dadurch nur insofern betroffen, als sie den Muslim an der Ausübung des religiösen Gesetzes nicht hindern dürfen.
Hauptkategorien des religiösen Gesetzes sind
- Verbotenes (harâm)
- Erlaubtes (halâl)
- Gebotenes (fard)
- individuell Gebotenes, z.B. Fasten, für dessen Erfüllung der einzelne Lohn erwarten darf, dessen Nichterfüllung Strafe nach sich zieht
- kollektiv Gebotenes, z.B. Angriffskrieg, Totengebet, dessen Nichterfüllung Strafe nach sich zieht
- Angeratenes (mustahabb), dessen Erfüllung Lohn, dessen Nichterfüllung keine Strafe nach sich zieht
- Gestattetes (mubâh), was weder Lohn noch Strafe nach sich zieht
- Abgeratenes (makrûh), wobei aber keine Strafe für die Tat vorgesehen ist
Daneben gibt es noch die Kategorien:
Eine rituelle Waschung mit gestohlenem Wasser, ist zwar verboten, aber nicht ungültig, sondern gültig.
Die fünf Grundpfeiler des Islam
Die fünf Grundpfeiler des Islam sind
- Glaubensbekenntnis (Shahâda):
"Ich bezeuge: Es gibt keinen Gott außer DEM Gott. Muhammad ist der Gesandte Gottes." (Schiiten fügen oft hinzu: "Alî ist der Freund Gottes")
- Gebet (Salat): fünfmal täglich:
- bei Sonnenaufgang
- zur Mittagszeit
- am späten Nachmittag
- bei Sonnenuntergang
- nach Sonnenuntergang
- Abgabe ("Armen"-Steuer) (Zakat)
- Fasten (Saum) im Monat Ramadan
- Pilgerreise (Haddsch) zur Ka´ba in Mekka
Erster Pfeiler: Glaube
Grundelemente des islamischen Glaubens
Sure 4,136:
"Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und seinen Gesandten und die Schrift, die er auf seinen Gesandten herabgeschickt hat! wer an
- Gott
- seine Engel
- seine Schriften
- seine Gesandten
- und den jüngsten Tag
nicht glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit abgeirrt."
Eine Folge des Abirrens vom rechten Glauben ist: wer vom Islam weg konvertiert, kann nur emigrieren; bis vor einiger Zeit wurde Abfall vom islamischen Glauben mit dem Tode bestraft.

Abb.: Kalligraphie: Galeere des Glaubens: in arabischer Schrift:
Segel: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist sein Prophet"
Rumpf und Ruder: "Ich glaube an Gott und an seinen Engel, seine Bücher, seine Propheten, an den Jüngsten Tag, die Vorherbestimmung, das Gute und Böse und an die Wiederauferstehung nach dem Tode."
www.payer.de/islam