TASAVVUF ALEMİ - AL ISLAM
  Das Gebet (3)
 

Zusammenfassung des Ablaufs der einzelnen Gebete


Dohr

  1. Fatiha und Sure
  2. Fatiha und Sure
    Tahiyya
  3. Fatiha
  4. Fatiha
    Assalamu aalaykum
    in leiser Stimme

Asr

  1. Fatiha und Sure
  2. Fatiha und Sure
    Tahiyya
  3. Fatiha
  4. Fatiha
    Assalamu aalaykum
    in leiser Stimme

Maghrib

  1. Fatiha und Sure
  2. Fatiha und Sure
    in lauter Stimme
    Tahiyya
  3. Fatiha in leiser Stimme
    Assalamu aalaykum

Ischa

  1. Fatiha und Sure
  2. Fatiha und Sure
    in lauter Stimme
    Tahiyya
  3. Fatiha in leiser Stimme
  4. Fatiha in leiser Stimme
    Assalamu aalaykum

Sobh

  1. Fatiha und Sure
  2. Fatiha und Sure
    in lauter Stimme
    Tahiyya
    Assalamu aalaykum

Fadhr

  1. Fatiha und Sure in leiser Stimme
  2. Fatiha und Sure in leiser Stimme
    Tahiyya
    Assalamu aalaykum

Schaf

  1. Fatiha und Sure
  2. Fatiha und Sure
    in lauter Stimme
    Tahiyya
    Assalamu aalaykum

Watr

  1. Fatiha und Sure
    in lauter Stimme
    Tahiyya
    Assalamu aalaykum

Das Gebet muß in der Sprache des Korans ausgesprochen werden


Stellung beim Gruppengebet


"Wenn man mit dem Imam alleine betet, muß man auf der rechten Seite des Imams stehen. Wenn es aber zwei oder mehr Menschen sind, müssen sie hinter ihm stehen. Wenn eine Frau dabei ist, muß sie hinter den Männern stehen.

Wenn ein Mann und seine Frau zusammen beten, muß die Frau hinter ihrem Mann stehen und zwar auf der rechten Seite."


Das Freitagsgebet


"Dieses Gebet ist von Gott angeordnet. Du mußt zu der Moschee eilen, wenn der Imam in dem Rednerpult sitzt und der Muezzin vom Minarett anfängt, die Gläubigen zu rufen. Dann muß alle Kaufmänner aufhören und alles andere, das dich davon abhalten könnte, zum Gebet zu eilen [!]. Dieses Gebet besteht aus zwei Rakaas, die vom Imam laut ausgesprochen werden.

Die Predigt wird gegeben, bevor das Gebet beginnt. Bevor du dich zur Moschee begibst, mußt du dich gründlich gewaschen haben.

Es ist außerdem erwünscht, daß du deine besseren Kleider anziehst und dich für die Angelegenheit parfümierst."


Dritter Pfeiler: Abgabe (Zakat)


Zakat wird oft mit Armensteuer übersetzt. Dies gibt aber nur einen Teil dessen wieder, für was Zakat zu entrichten war. Heute wird Zakat allerdings gewöhnlich nur noch als Verpflichtung zur Geldspende für karitative Zwecke betrachtet und unterscheidet sich kaum mehr vom Almosen.

Nach einem Fiqh-Werk der Shafii-Rechtsschule aus dem 11. Jhdt. nach Chr. mußte die Zakat an acht Gruppen verteilt werden:

  1. die Einnehmer der Abgabe
  2. die Mittellosen
  3. die Bedürftigen
  4. solche, deren Herzen gewonnen werden soll:
    1. Ungläubige, deren Bekehrung man sich erhofft, und Ungläubige, von denen man Feindseligkeiten befürchtet
    2. Muslime: wichtige Persönlichkeiten, von denen man hofft, daß sie in ihren Gesellschaftskreisen Ungläubige bekehren; sowie muslimische Stämme, bei denen man durch die Spende Festigung im Glauben erwartet
  5. Sklaven zum Freikauf aus der Sklaverei
  6. Schuldner
  7. Freiwillige im Heiligen Krieg, die keinen regulären Sold erhalten
  8. Reisenden, deren Reise religiösen Zwecken dient

Zitiert in
Williams, John Alden:
Der Islam. -- Genf : Editio Service, 1973. -- (Die großen Religionen der Welt). -- S. 141f.


Vierter Pfeiler: Fasten (Saum) im Monat Ramadan


Jeder erwachsene gesunde Muslim muß während des Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf jegliche Nahrungsaufnahme und den Genuß von Nikotin verzichten sowie sexuell enthaltsam sein.

Der Ramadan gilt als besonders gnadenreiche Zeit, weil es der Monat der Offenbarung des Korans gilt.


Fünfter Pfeiler: Pilgerreise (Haddsch) zur Ka´ba in Mekka


Jeder erwachsene Muslim -- ob Mann oder Frau -- ist verpflichtet, einmal im Leben die große Pilgerfahrt durchzuführen, falls er dazu imstande ist.

Im Zentrum dieser Pilgerfahrt steht die Erinnerung an Abraham, der nach muslimischem Glauben die Ka´ba gegründet hat. Viele Riten der Pilgerfahrt sind direkt mit den Handlungen Abrahams und der Seinen verbunden

Weiterführende Ressourcen:

Kaidi, Hamza:
Mekka und Medina in Farbe / Hamza Kaidi unter Mitarbeit von Nadjm Oud-Dine Bammate und El Hachemi Tidjani. Unter Schirmherrschaft der Organisation der Islamischen Konferenz. -- Paris : les editions j.a., 1992. -- 225 S. ; Ill.. -- (Reisen heute ; Bd. 49). -- ISBN 2-85258-236-8. -- EST: La Mecque et Medine aujourd´hui <dt.>. --  {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen}
Ein Pilgerführer mit ausführlicher Anleitung zu allen Riten. Sehr empfehlenswert!


Regeln für soziales Verhalten


Wichtige Grundgebote enthält Koran, Sure 17, 22-38:

  1. "Setz nicht dem einen Gott einen anderen Gott zur Seite, damit du schließlich nicht getadelt und verlassen dasitzest!
  2. Und dein Herr hat bestimmt, daß ihr ihm allein dienen sollt.
  3. Und zu den Eltern sollt ihr gut sein. Wenn Vater oder Mutter oder alle beide bei dir im Haus hochbetagt geworden und mit den Schwächen des Greisenalters behaftet sind, dann sag nicht "Pfui!" zu ihnen und fahr sie nicht an, sondern sprich ehrerbietig zu ihnen.

    Und senke für sie in Barmherzigkeit den Fittich der Selbsterniedrigung und sag "Herr! Erbarm dich ihrer ebenso mitleidig, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein und hilflos war!"

    Euer Herr weiß wohl, was ihr in euch bergt. Er erkennt falls ihr rechtschaffen seid euren guten Willen an, auch wenn ihr seinen Geboten nicht durchweg nachzukommen vermögt. Den Bußfertigen ist er bereit zu vergeben.

  4. Und gib dem Verwandten, was ihm von Rechts wegen zusteht, ebenso dem Armen und dem, der unterwegs ist. Aber sei dabei nicht ausgesprochen verschwenderisch!

    Diejenigen, die verschwenderisch sind, sind Brüder der Satane. Und der Satan ist seinem Herrn gegenüber undankbar.

    Und falls du dich von ihnen abwendest ohne ihnen etwas zu geben, indem du erwartest, daß dein Herr, wie du hoffst, sich ihrer erbarmen wird, dann sprich wenigstens begütigend zu ihnen!

    Sei kein Geizkragen! ...

  5. Und tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung! Wir bescheren ihnen und euch den Lebensunterhalt. Sie zu töten ist eine schwere Verfehlung.
  6. Und laßt euch nicht auf Unzucht ein! das ist etwas Abscheuliches -- eine üble Handlungsweise!
  7. Und tötet niemand, den zu töten Gott verboten hat, außer wenn ihr dazu berechtigt seid!

    Wenn einer zu Unrecht getötet wird, geben wir seinem nächsten Verwandten Vollmacht zur Rache. Er soll aber dann im Töten nicht maßlos sein. Ihm wird ja beim Vollzug der Rache geholfen.

  8. Und tastet das Vermögen der Waise nicht an, es sei denn auf die denkbar beste Art! Laßt ihr Vermögen unangetastet bis sie volljährig ist!
  9. Und erfüllt die Verpflichtung, die ihr eingeht. Nach der Verpflichtung wird dereinst gefragt.
  10. Und gebt, wenn ihr zumeßt, volles Maß und wägt mit der richtigen Waage! So ist es am besten für euch und nimmt am ehesten einen guten Ausgang.
  11. Verdächtige nicht, wenn du nichts Sicheres weißt.

    Gehör, Gesicht und Verstand -- für all das wird dereinst Rechenschaft verlangt.

  12. Und schreite nicht überheblich auf Erden einher! Du kannst ja weder die Erde spalten noch die Berge an Höhe erreichen.

Jedes derartige schlechte Verhalten ist deinem Herrn zuwider."


Spaltungen: Schiiten und Sunniten


Nach dem Tode Muhammads spalteten sich die Gläubigen, weil sie sich über die Person des Nachfolgers Muhammads nicht einigen konnten:

  • Sunniten: die ersten rechtmäßigen Kalifen nach Muhammads Tod (632) sind
    1. Abû Bakr (632-634)
    2. Umar (634-644)
    3. Uthman (644-656)
    4. Alî (656-661)

    Leiter der Gemeinde ist der Kalif.Ein Kalif muß zum Stamm des Propheten gehören, muß sich in den religiösen Quellen auskennen und muß politische Eignung besitzen

  • Schiiten: nur Alî, der Vetter und Schwiegersohn Muhammads und spätere vierte Kalif, ist rechtmäßiger erster Nachfolger Muhammads. Leiter der Gemeinde ist der Imâm. Ein Imâm muß ein Nachkomme Alîs sein. Wegen unterschiedlicher Ansichten über die Gestalt des Imâm spalteten sich die Sunniten wieder in weiter Gruppen:
    • "Extreme" Schiiten: Gott wohnt direkt in den Imâmen. Kleine Gruppe, z.B. in Syrien.
    • Ismailiten: Der schon vor seinem Vater "verstorbene" Sohn des 6. Imâms, Ismail ist der rechtmäßige 7. Imâm. Er lebt in der Verborgenheit weiter und wird eines Tages als Mahdi auf die Welt zurückkehren. Der Mahdi ist frei von Sünde und Irrtum und wird eine gerechte Gesellschaft errichten. Heute verbreitet in: Jemen, Iran, Indien, Syrien, Afrika.
    • Zwölferschiiten: Der 12. Imâm, Muhammad ibn Hasan al-Mahdi (Mitte 9. Jhdt.) lebt in der Verborgenheit weiter und wird als Mahdi (s. oben) zurückkehren. Während seiner Abwesenheit sollen qualifizierte Theologen die Leitung der Gemeinde übernehmen. Vor allem in Iran verbreitet (Ayatollah Khomeini!).
    • Zaiditen: lehnen die Vererbung der Imâm-Würde und den Mahdi-Glauben ab.
 
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