TASAVVUF ALEMİ - AL ISLAM
  Abu Bakr (1)
 

Abu Bakr      

Niemand ist ein besserer Gefährte für mich gewesen, als Abu Bakr“, sage der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Friede mit ihm, in seiner letzten Predigt.

Wirklich ein großes Lob! Abu Bakr ( r ) hatte es verdient. Sein ganzes Leben lang stand er auf der Seite des Propheten, Allahs Segen und Friede auf Ihm. Er sorgte sich weder um sein eigenes Leben noch um seinen eigenen Besitz. Es kümmerte ihn nicht, was andere über ihn sagten. Sein einziges Anliegen war, dem Gesandten Allahs mehr als sonst jemandem beizustehen. Dieses Ziel erreichte er. Abu Bakr wurde dafür voll belohnt. Allahs Gesandter war mit ihm sehr zufrieden. Er räumte ihm den ersten Platz unter seinen Sahaba (Gefährten) ein. Abu Bakr ( r ) sollte der erste Mann sein, nach dem Tode des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, dessen Botschaft zu erfüllen. Er sollte auch in ewiger Ruhe an seiner Seite liegen.

 

 

Abu Bakrs Jugend

 

Abu Bakr war zwei Jahre jünger als der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm. Seine Eltern nannten ihn „Abdul Al-Ka`ba“, was „Diener der Al-Ka’ba“ bedeutet. Als er Muslim wurde, änderte der Prophet diesen heidnischen Namen in „’Abdullah“(=Diener Allahs) um.

Da er sich bereits in früher Jugend zum Islam bekannte, bekam er den Beinamen „Abu Bakr“,

der eine solche Bedeutung wiedergibt. Unter diesem Namen ist er bekannt geworden; und auch heute noch kennt ihn die Welt als „Abu Bakr“.

Der Name seines Vaters war ‚Uthman; er war jedoch bekannt als „Abu Quhafa“. Abu Bakrs Mutter war Salma; sie war auch unter dem Namen „Ummu-l-Hair“ (=Mutter der guten Dinge)

Bekannt. Abu Bakr gehörte einem Zweig des Stammes der Quraiš an.

Von früher Jugend an galt Abu Bakr als gutmütig und aufrichtig. Er war ehrlich und wahrheitsliebend und kam aus einer edlen Familie. Diese Eigenschaften verschafften ihm großes Ansehen. Durch seine guten Charaktereigenschaften gewann er auch die Freundschaft des jungen Muhammad. Beide wurden schon in früher Jugend treue Freunde. Diese Freundschaft hielt ein Leben lang und machte Geschichte.

Nachdem Abu Bakr herangewachsen war, wurde er ein reicher Kaufmann. Doch benutzte er seinen Reichtum, um den Armen zu helfen. Er war sehr gutherzig. Wenn er jemanden in Schwierigkeiten sah, wurde sein Herz weich, und er half ihm nach Kräften. Wenn sein Geld Leid abschaffen konnte, sah er nicht darauf, wie viel er ausgab. Einmal gab er von seinem Gesamtvermögen von 40.000 Dirham 35.000 ab. In seinem Geschäften war er so ehrlich, dass die Leute ihm ihr Geld zur Aufbewahrung überließen. Vor allem hatte Abu Bakr ein aufrichtiges Herz und einen festen Willen. Nichts konnte ihn davon abhalten, etwas zu tun, was er für richtig hielt.

Diese wertvollen Eigenschaften sollten bald dem höchsten Ziel dienen, das die Welt kennt. Abu Bakr ( r ) sollte die stärkste Stütze  des Retters der Menschheit werden. Er sollte Arabien und dadurch die Welt nach dem Tod des Gesandten Allahs für den Islam sichern.

 

 

Dem Propheten nahe

 

Abu Bakr war dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, immer sehr nahe. Er kannte ihn besser als jeder andere und wusste, wie ehrlich und aufrecht sein Freund immer gewesen war. Er war der erste Mann, der den Islam annahm. Nach der ersten Offenbarung teilte ihm der Prophet mit, was in der Höhle des Berges Hira geschehen war. Er sagte ich, dass Allah (t) ihn zu Seinem Gesandten gemacht habe. Abu Bakr dachte nicht lange nach und wurde sofort Muslim. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte einmal selbst:

 

„ICH RIEF DIE MENSCHEN ZUM ISLAM AUF. JEDER DACHTE DARÜBER NACH, MINDESTENS EINE WEILE. BEI ABU BAKR WAR DIES JEDOCH NICHT DER FALL. ER NAHM DEN ISLAM OHNE JEDES ZÖGERN IM GLEICHEN AUGENBLICK AN, ALS ICH IHM ERÖFFNETE.“

 

Abu Bakr tat noch mehr. Sobald er Muslim geworden war, begann er, anderen den Islam zu predigen. Er hatte viele Freunde. Sie wussten, dass Abu Bakr aufrichtig und wahrheitsliebend war und niemals eine schlechte Sache unterstützen würde. Er rief sie zum Islam auf, und sie wurden Muslime. Unter ihnen waren Männer wie ‚Uthman, Zubair, Talh, ‚Abdurrahman Ibn ‚Auf und Sa’d ibn Abi Waqqas. Diese Männer wurden später bedeutende Kräfte für den Islam. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, suchte Abu Bakrs Haus täglich auf. Dann saßen die beiden zusammen und besprachen Möglichkeiten, den Islam zu verbreiten. Miteinander gingen sie zu den Treffpunkten der Menschen und verkündeten die Botschaft Allahs. Abu Bakr begleitete den Propheten dabei auf Schritt und Tritt.  

 

 

Abu Bakr riskiert sein Leben

Die Botschaft des Islam verärgerte die Makkaner über alle Massen; denn sie verehrten Götzenbilder. Der Prophet (s), kritisierte öffentlich diese Abbilder. Er erklärte, dass sie weder Gutes noch Böses bewirken können.

Unter den Anführern von Makka war einer, Abu Gahl, der der größte Feind des Propheten (s) wurde. Er trachtete immer danach, ihm zu verletzen oder zu töten. Abu Bakr behielt diesen Mann im Auge, da er dem Islam großen Schaden zufügen könnte. Eines Tages betete der Prophet (s), in der Al-Kaba. Er war völlig versunken im Gedanken an Allah (t). Abu Gahl und einige andere Anführer von Makka saßen im Vorhof der Al-Kaba.

"Heute muss ich Muhammad erledigen", sagte Abu Gahl. Er nahm einen langen Stoffstreifen und legte ihn um den Hals des Propheten, dann zog er ihn zusammen. Er war im Begriff, den Gesandten Allahs zu erdrosseln. Die anderen Anführer sahen im zu und lachten.

Abu Bakr sah dies zufällig aus einiger Entfernung. Er sprang dem Propheten (s), sofort zu Hilfe. Er stieß Abu Gahl zur Seite und riss das Tuch vom Hals des Propheten. Darauf stürzten sich Abu Gahl und die anderen nun auf Abu Bakr. Sie schlugen ihn so arg, dass er bewusstlos niederfiel. Man trug ihn heim, und erst nach einigen Stunden erlangte er das Bewusstsein wieder. Als er wieder zu sich kam, war seine erste Frage:

"Ist der Gesandte Allahs unverletzt?"

Seine eigenen Schmerzen beachtete er nicht. Er war froh darüber, dass es ihm gelungen war, das Leben des Propheten zu retten. Abu Bakr war sich darüber im klaren, dass die einzige Hoffnung der Menschheit dahin sein würde, wenn dem Propheten (s), ein Leid zustoßen würde. Dieser Gedanke ließ ihn alles für die Sicherheit des Propheten und die Ausbreitung seiner Botschaft tun.

 

Sklavenbefreiung

Von Jahr zu Jahr setzten die Makkaner den Muslimen mehr und mehr zu und machten ihnen das Leben schwer. Muslimische Sklaven, die keinen muslimischen Herrn hatten, mussten am meisten leiden. Sie konnten weder ihren grausamen Herren davonlaufen, noch wollten sie ihren Glauben aufgeben. Die herzlosen Herren versuchten alle Arten von Foltern, damit sie den Islam verleugneten. Sie legten sie nacht auf brennendheißen Sand und beschwerten ihnen dann die Brust mit großen Steinen. Die armen Sklaven ertrugen das alles ruhig. Für sie gab kein Entkommen; der Tod war der letzte Ausweg.

Abu Bakrs Reichtum war für viele muslimische Sklaven die Rettung. Er kaufte sie ihren unmenschlichen Herren ab und gab ihnen die Freiheit. Bilal, der Neger, war einer dieser Sklaven. Er war Sklave von Umayya ibn Halaf. Umayya war ein herzloser Mann. Er ließ Bilal entkleiden, zur Mittagszeit auf den heißen Sand legen und gnadenlos auspeitschen. Trotz dieser Tortur hörte Bilal nicht auf zu rufen:

"Ahadun ahad, Ahadun ahad! (Allah ist der Einzige, Allah ist der Einzige!)"

Als Abu Bakr eines Tages vorbeikam und dies sah, war er von diesem Anblick heftig bewegt.

"Warum bist du so grausam gegen diesen hilflosen Menschen?" fragte er Umayya.

"Warum kaufst du ihn nicht, wenn du Mitleid mit ihm hast?" erwiderte Umayya.

Da kaufte Abu Bakr Bilal zu einem hohen Preis und gab ihm die Freiheit. Später wurde Bilal (r) der bekannte Gebetsrufer der Propheten-Moschee in Al-Madina. Seinen Namen trägt heute die Moschee des Islamischen Zentrums in Aachen.

 

Auswanderung nach Abessinien

Als das Leben für die Muslime in Makka zu schwer wurde, dachten sie daran, in ein anderes Land zu gehen. Mit der Genehmigung des Propheten (s), wanderte ein Teil von ihnen nach Abessinien aus. Dort lebten sie in Frieden, und viele Muslime folgten ihnen. Als einer der ersten Anhänger des Islam zog sich Abu Bakr den besonderen Zorn und Hass der Oberen von Makka zu. Unter dem starken Druck, dem er sich bald ausgesetzt fühlte, bat er den Propheten (s), um die Erlaubnis, nach Abessinien gehen zu dürfen. Der Prophet erteilte ihm die Genehmigung, und er trat seine Reise an. Unterwegs traf er Ibnu-d-Dagna, das Oberhaupt des Stammes der Qara.

"Wohin geht die Reise?" fragte er.

Das Volk von Makka hat mich vertrieben", antwortete Abu Bakr, "ich gehe nach Abessinien. Dort werde ich in der Lage sein, dem Allmächtigen Gott auf die Weise zu dienen, wie ich es möchte."

"Ein Mann wie dich sollte man nicht vertreiben", sagte Ibnu-d-Dagna, "du hilfst den Armen, du bist gütig zu denen, die in Nöten sind, du bist liebenswürdig zu deinen Gästen. Ich will dich auf meine eigene Verantwortung nach Makka zurückbringen."

So kam Abu Bakr nach Makka zurück. Ibnu-d-Dagna erklärte dem Volk, dass Abu Bakr unter seinem Schutz stehe und niemand ihm ein Leid zufügen dürfe. Die Makkaner sagte, sie würden Abu Bakr in Ruhe lassen, wenn er seinen Glauben nicht öffentlich predigte.

Abu Bakr (r) konnte jedoch dieser Bedingung nicht lange Folge leisten. Bald predigte er den Islam so öffentlich wie zuvor. Die Makkaner beklagten sich bei Ibnu-d-Dagna. Dieser bat Abu Bakr, seine Lage nicht zu erschweren. Darauf antwortete Abu Bakr (r):

"Ich brauche deinen Schutz nicht. Allah schützt mich."

 

Der Titel "As-Siddiq"

Im zehnten Jahr seiner Botschaft erlebte der Prophet (s), das wunderbare Ereignis des "Isra und Mi'rag". Der Engel Gabriel (a.s.) kam eines Nachts mit der Aufforderung Allahs des Allmächtigen, der Prophet solle in den Himmel auffahren. Der Prophet unternahm zunächst die Reise von Makka nach Jerusalem in einer einzigen Nacht; dann stieg er von dort mit Gabriel in den Himmel empor.

Am nächsten Morgen berichtete der Prophet (s), dem Volk nur über seinen Besuch in Jerusalem. Das zog ihm den Hohn seiner Feinde zu. 

"Hört nur", schrieen sie, "was für einen Unsinn er schwatz! Jetzt werden wohl auch seine Anhänger über ihn lachen. Wer glaubt schon an einen solchen Mittsommernachttraum?" Das Gerede hielt noch an, als Abu Bakr (r) erschien.

"Weißt du auch, Abu Bakr, welche Neuigkeiten dein Freund heute morgen für dich hat?" fragte einer der Männer. "Er sagte, er sei lezte Nach in Jerusalem gewesen. Glaubst du das?"

"Ich glaube alles, was der Gesandte Allahs sagt", entgegnete Abu Bakr.

Als der Prophet (s), Allahs Segen und Friede auf ihm, dies erfuhr, sagte er gleich:

"Abu Bakr ist ein Siddiq"

Ein "Siddiq" ist ein Mann so aufrichtigen Herzens, dass niemals ein Zweifel seine Lieb beeinträchtigen kann. Abu Bakr (r) bekam diesen Titel, weil sein Glaube zu fest war, um durch irgend etwas erschüttert zu werden.

 

Auswanderung nach Al-Madina

 

Als das Leben für die Muslime in Makka zu schwer wurde, dachten sie daran, in ein anderes Land zu gehen. Mit der Genehmigung des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, wanderte ein Teil von ihnen nach Abessinien aus. Dort lebten sie in Frieden, und viele Muslime folgten ihnen.

Als einer der ersten Anhänger des Islam zog sich Abu Bakr
den besonderen Zorn und Haß der Oberen von Makka zu. Unter dem starken Druck, dem er sich bald ausgesetzt fühlte, bat er den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, um die Erlaubnis, nach Abessinien gehen zu dürfen.
Der Prophet
erteilte ihm die Genehmigung, und er trat seine Reise an. Unterwegs traf er Ibnu-d-Dagna, das Oberhaupt des Stammes der Qara "Wohin geht die Reise?" fragte er. "Das Volk von Makka hat mich vertrieben", antwortete Abu Bakr, "ich gehe nach Abessinien. Dort werde ich in der Lagesein, dem Allmächtigen Gott auf die Weise zu dienen, wie ich
es möchte."
"Einen Mann wie dich sollte man nicht vertreiben", sagteIbnu-d-Dagna, "du hilfst den Armen, du bist gütig zu denen,die in Nöten sind, du bist liebenswürdig zu deinen Gästen.Ich will dich auf meine eigene Verantwortung nach Makkazurückbringen."

So kam Abu Bakr nach Makka zurück. Ibnu-d-Dagna erklärtedem Volk, daß Abu Bakr unter seinem Schutz stehe undniemand ihm ein Leid zufügen dürfe. Die Makkaner sagten,sie würden Abu Bakr in Ruhe lassen, wenn er seinen Glaubennicht öffentlich predige.

Abu Bakr (r) konnte jedoch dieser Bedingung nicht langeFolge leisten.

Bald predigte er den Islam so öffentlich wie
zuvor. Die Makkaner beklagten sich bei Ibnu-d-Dagna. Dieser bat Abu Bakr, seine Lage nicht zu erschweren. Daraufantwortete Abu Bakr (r): "Ich brauche deinen Schutz nicht. Allah schützt mich."

 

Der Titel "As-Siddiq"

Im zehnten Jahr seiner Botschaft erlebte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, das wunderbare Ereignis des "Isra' und Mi'rag". Der Engel Gabriel (a.s.) kam eines Nachts mit der Aufforderung Allahs des Allmächtigen, der unternahm zunächst die Reise von Makka nach Jerusalem in einer einzigen Nacht; dann stieg er von dort mit Gabriel in den Himmel empor.


Am nächsten Morgen berichtete der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, dem Volk nur über seinen Besuch in Jerusalem. Das zog ihm den Hohn seiner Feinde zu. "Hört nur", schrien sie, "was für einen Unsinn er schwatzt! Jetzt werden wohl auch seine Anhänger über ihn lachen. Wer glaubt schon an einen solchen Mittsommernachtstraum?" Das Gerede hielt noch an, als Abu Bakr (r) erschien. "Weißt du auch, Abu Bakr, welche Neuigkeiten dein Freund heute morgen für dich hat?" fragte einer der Männer. "Er sagte, er sei letzte Nacht in Jerusalem gewesen. Glaubst du das?"
"Ich glaube alles, was der Gesandte Allahs sagt", entgegnete Abu Bakr. Als der Prophet,Allahs Segen und Friede auf ihm, dies erfuhr, sagte er gleich: "Abu Bakr ist ein Siddiq.
Ein "Siddiq" ist ein Mann so aufrichtigen Herzens, daß niemals ein Zweifel seine Liebe beeinträchtigen kann. Abu Bakr (r) bekam diesen Titel, weil sein Glaube zu fest war, um durch irgend etwas erschüttert zu werden.

 

Auswanderung nach Al-Madina

Da die Makkaner die Absicht zeigten, das Licht des Islam ein für allemal auszulöschen, befahl Allah (t) dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, nach Al-Madina zu ziehen.

In der brennenden Hitze der Mittagssonne klopfte es an Abu Bakrs Tür. Als er öffnete, stand draußen der Gesandte Allahs. "Ich muß heute Nacht nach AI-Madina reisen", sagte er. "Erlaubst du, daß ich mit dir gehe?" fragte Abu Bakr begierig. "Natürlich", war die Antwort, "mache alles fertig für die Reise."

Abu Bakr (r) war außer sich vor Freude. "Schon seit Monaten habe ich auf diesen Tag gewartet", rief er aus.
"Ich habe zwei Kamele bereitgestellt, die uns nach Al- Madina bringen sollen."

Alle Vorbereitungen für diese historische Reise wurden von Abu Bakr (r) getroffen. Drei Tage lang lagen er und der Prophet. Allahs Segen und Friede auf ihm. versteckt in der Höhle des Berges Taur.

Abu Bakrs Diener kümmerte sich täglich um die Ziegenherden in der Nähe der Höhle und versorgte die beiden Männer mit frischer Milch.
Abu Bakrs Sohn ' Abdullah brachte Neuigkeiten über die Makkaner; denn diese suchten den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, wie versessene Jagdhunde.
Einmal kamen sie vor den Eingang der Höhle. Abu Bakr wurde bleich vor Schreck. Er fürchtete nicht für sich, sondern für den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm.
Dieser blieb jedoch vollkommen ruhig. "Fürchte dich nicht", sagte er zu Abu Bakr, "Allah ist gewiß mit uns."

Abu Bakr hatte die Ehre, die schwierigsten Tage im Leben des Propheten mit ihm zu teilen.
Er war sich sehr wohl bewußt, was diese Ehre bedeutete. Und er rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen voll und ganz.

 

Beteiligung an Kämpfen

Abu Bakr (r) nahm an allen Kämpfen teil, die der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu bestehen hatte. Sein Leben lang schlug er sich tapfer unter dem Banner des Islam. Bei Uhud und Hunain zeigten einige Männer Schwäche. Sie vergaßen, ihre Pflicht zu tun. Aber Abu Bakrs Glauben schwankte niemals. Er stand immer wie ein Fels an der Seite des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm.

In Badr kämpfte einer von Abu Bakrs Söhnen, der den Islam noch nicht angenommen hatte, auf der Seite der Makkaner. Als er später Muslim geworden war, sagte er eines Tages: "Vater, bei Badr war dein Leben zweimal in meiner Hand. Aber meine Liebe zu dir hielt mein Schwert zurück."

"Mein Sohn", bemerkte Abu Bakr, "wenn ich eine solche Gelegenheit auch nur einmal gehabt hätte, wärst du nicht mehr."

Bei den Friedensgesprächen in Al-Hudaibiya saß Abu Bakr an der Seite des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Während der Verhandlung zupfte der Sprecher der Qurais - wie es in Arabien üblich war, wenn man jemanden ärgern wollte - immer wieder den Bart des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Das war für Abu Bakr schließlich zuviel. Er zog sein Schwert und sah den Mann zornig an. "Wenn diese Hand den Bart des Propheten noch einmal berührt", warnte er, "werde ich verhindern, daß du sie zurückziehst!"
Dies setzte die Unterhändler von Makka in Erstaunen.

"Was für ein Wandel in Abu Bakr!" flüsterten sie sich zu. "Er ist als weichherzig bekannt. Wie hart und fest ist er jetzt geworden! Er ist nicht mehr derselbe Abu Bakr."

Der Feldzug nach Tabuk war die letzte Unternehmung des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Sie sollte ein großer Erfolg werden. Er bat die Leute, dabei zu helfen, so gut sie konnten. Diesmal übertraf Abu Bakr (r) alles bisher Geleistete: Er nahm all sein Hab und Gut und häufte es vor die Füße des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. "Hast du auch etwas für deine Frau und deine Kinder zurückbehalten?“fragte der Prophet.

"Allah und Sein Gesandter genügen ihnen", entgegnete Abu Bakr ruhig.

Die Umstehenden waren verblüfft. Es war unmöglich, Abu Bakr im Dienst für den Islam zu übertreffen. Dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, gefiel diese Antwort, und er machte Abu Bakr zum Bannerträger des Feldzuges. Abu Bakrs Anhänglichkeit an den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, und seine grenzenlose Ergebenheit in den Willen Allahs verschafften ihm allgemeine Achtung. Er war nicht nur der erste Mann, der den Islam angenommen hatte, sondern auch die beste Stütze des Islam unter den Muslimen.

Abu Bakr vertritt den Propheten

Makka fiel im 8. Jahre n.H. Die Al-Kaba befand sich jetzt erstmals in den Händen der Muslime; sie mußte von allen Spuren des Götzendienstes und alberner Übungen heidnischer Tage gereinigt werden. Denn bis dahin hatten heidnische Araber in der Zeit der Pilgerfahrt (Hagg) absurde Dinge getan. Sie gingen nackt um das Haus Allahs und taten viele andere närrische und unreine Dinge. All dies mußte aufhören. Der erste Hagg der Muslime fiel in das 9. Jahr n.H. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, war in Al-Madina sehr beschäftigt, um den Hagg selbst zu leiten. So sandte er Abu Bakr als seinen Stellvertreter, der alles für ihn erledigen sollte. Mit ihm wurde auch ' Alyy gesandt. Abu Bakr las die Predigt (Hutba) des Hagg.Dann stand 'Alyy auf und las der Gemeinde die Befehle Allahs vor, die die Götzenanbeter betrafen; von diesem Jahr an war es ihnen verboten, die AI-Ka'ba zu betreten.

Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, leitete gewöhnlich selbst die gemeinsamen Gebete in seiner Moschee in Al-Madina. Es waren ungewöhnlich schöne Gebete. Während seiner letzten Krankheit konnte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, aber die Gebete nicht mehr selbst leiten. Er war zu schwach geworden, um in die Moschee zu gehen. Er mußte jemanden ernennen, der seinen Platz einnahm. Diese Ehre fiel Abu Bakr zu. 'A'ischa (r), die Tochter Abu Bakrs und eine Frau des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, meinte, daß diese Bürde für ihren weichherzigen Vater zu schwer sei. Sie bat den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, ihren Vater von dieser Pflicht zu entbinden. Aber der Prophet blieb bei seiner Entscheidung.

So kam Abu Bakr (r) zu Lebzeiten des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, zur höchsten Würde des Islam. Als Abu Bakr eines Tages geschäftlich unterwegs war, leitete 'Umar (r) in seiner Abwesenheit das gemeinsame Gebet. "Das ist nicht Abu Bakrs Stimme", sagte der leidende Gesandte Allahs, "Niemand außer ihm sollte die Gebete vorsprechen." Denn Abu Bakr war die am meisten geeignete Person für dieses hohe Amt.

Am letzten Tage seines Lebens besserte sich der Zustand des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, für kurze Zeit. Es war früh am Morgen. Abu Bakr leitete das Gebet in der Moschee. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, hob den Vorhang vor seiner Tür und richtete den Blick auf die Betenden. Sie waren unter Abu Bakrs Leitung im Gebet vertieft. Ein Lächeln erleuchtete das blasse Gesicht des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Er ließ den Vorhang fallen, als seine schwache Hand ihn nicht mehr halten konnte. Aber er war glücklich bei dem Gedanken, daß er den besten Mann zu seinem Stellvertreter bestimmt hatte.

Abu Bakr wird Kalif

Ein kritischer Augenblick

Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, nahm einen einmaligen Platz in den Herzen der Menschen ein. Er bedeutete ihnen alles. Aus sich bekämpfenden, unwissenden Heiden hatte er ein friedvolles, gottesfürchtiges Volk gemacht. Sie waren "tot", wie es im Qur'an heißt, und der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, hatte sie "zum Leben erweckt". So sahen sie mit Recht in diesem Sinne auf ihn als den Spender des Lebens. Das Leben ohne ihn erschien ihnen leer.

Die Nachricht vom Tode des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, war ein niederschmetternder Schock für jeden. Wie konnte das sein? Alle wußten, daß er einige Tage krank gewesen war. Aber sein Tod war unvorstellbar. Das durfte einfach nicht wahr sein! Eine riesige Menge versammelte sich in der Moschee. Niemand wußte, was man tun sollte. Es herrschte äußerste Verwirrung. 'Umar (r) war so übermannt von seinem Schmerz, daß er sein Schwert zog und erklärte:

"Wenn jemand sagt, der Gesandte Allahs sei tot, werde ich ihm den Kopf abschlagen !"
 In diesem Augenblick betrat Abu Bakr (r) die Moschee. Am frühen Morgen hatte er sich einige Meilen von AI-Madina entfernt, weil es dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, besser gegangen war. Aber als er zurückkam, hörte er die traurige Nachricht. Er stellte sich in einer Ecke des Hofes auf und rief die Menschen zu sich. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Da begann er seine berühmte Ansprache:
"O ihr Menschen! Falls einer von euch Muhammad verehrt hat, so soll er wissen, daß Muhammad tot ist; aber wer Allah angebetet hat, der soll wissen, daß Allah lebt und unsterblich ist. Laßt uns alle die Worte des Qur'an ins Gedächtnis zurückrufen, die heißen: »Und Muhammad ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin. Und ob er stirbt oder getötet wird, werdet ihr auf euren Fersen umkehren? Und wer auf seinen Fersen umkehrt - nimmer schadet er Allah etwas; aber Allah wird wahrlich die Dankbaren belohnen.«" (Sura 3:144).
Diese Worte Abu Bakrs wirkten Wunder. Im Nu war die Verwirrung verschwunden. Die Worte des Qur'an fegten alle Zweifel aus den Gedanken der Menschen hinweg. Sie waren bereit, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Abu Bakrs Wahl

Die erste Aufgabe war die Wahl eines neuen Führers. Der Staat mußte ein Oberhaupt haben, sonst konnte es nicht weitergehen. Die Sache war zu dringend, um aufgeschoben zu werden. Ein Aufschub hätte Unordnung bedeutet und alles zunichte gemacht, was der Gesandte Allahs geschaffen hatte. Allahs Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, war gestorben, aber der Islam und sein Staat mußten weiterleben. Die beiden großen Gruppen der Muslime waren die Muhagirun und die Ansar. Die Ansar sammelten sich in Taqifat Bani Sa'ida, ihrem Treffpunkt nahe beim Hause des Sa'd Ibn 'Ubada. Das Gespräch drehte sich natürlich um die Wahl des Kalifen. Sa'd, der Führer der Ansar, stand auf und sagte, daß der Kalif aus ihren Reihen stammen müsse. Viele Stimmen pflichteten ihm bei. Ein Mann jedoch stand auf und fragte:

"Aber was ist mit den Muhagirun? Sie haben vielleicht einen größeren Anspruch."

"Dann sollen es eben zwei Kalifen sein", schlug einer vor, "einer von den Ansar und einer von den Muhagirun." Jemand erzählte Abu Bakr (r), was bei dieser Zusammenkunft gesprochen worden war. Er erkannte die Notwendigkeit, schnell zu handeln, um eine neue Verwirrung zu verhindern. Daher ging er mit einer Gruppe von Muslimen nach Taqifat Bani Sa'ida. Er wandte sich mit folgenden Worten an die Versammelten:

"Beide, Muhagirun und Ansar, haben große Verdienste um den Islam erworben. Aber die Muhagirun waren als erste zum Islam gekommen. Sie waren immer sehr eng mit dem Gesandten Allahs verbunden. Daher, Leute der Ansar, laßt den Kalifen aus ihrer Reihe sein!" Darauf erwiderte ein Mann aus dem Stamm Al-Hazrag: "Wenn du keinen Kalifen aus unserer Mitte willst, dann laß es doch zwei Kalifen geben, einen Ansaryy, und einen Muhagir."

"So geht es nicht", sagte Abu 'Ubaida Ibn Al-Garrah, "Ansar, ihr seid diejenigen, die den Islam stark gemacht haben. Jetzt tut nichts, was eure Arbeit zunichte machen könnte!" Als er das hörte, stand ein anderer Mann aus dem Stamm Al-Hazrag auf und sagte:

"O Ansar! Was wir auch für den Islam getan haben, geschah zu Ehren Allahs und Seines Gesandten. Wir taten es nicht, um damit irgend jemand zu verpflichten. Es sollte kein Vorwand sein, um ein Amt zu erlangen. Hört, der Prophet gehörte zum Stamm der Qurais. Die Qurais haben ein größeres Recht, seinen Platz einzunehmen. Bei Allah, ich halte es nicht für richtig, mit ihnen darüber zu streiten. Fürchtet Allah und widersprecht ihnen nicht!"
 Diese Rede eines Mannes aus ihrer Mitte brachte die Ansar
zum Schweigen. Sie stimmten zu, daß ein Muhagir Kalif werden sollte.

Abu Bakr sagte:

"Freunde, ich denke, entweder 'Umar oder Abu 'Ubaida sollte Kalif werden. Wählt einen von den beiden! "

Als sie das hörten, sprangen 'Umar und Abu 'Ubaida auf und riefen:

"O Siddiq, wie kann das sein? Wie kann ein anderer dieses Amt ausüben, solange du unter uns bist? Du bist der erste Anwärter unter den Muhagirun. Du warst der Gefährte des Propheten in der Höhle des Berges Taur. Du leitetest die gemeinsamen Gebete an seiner Stelle während seiner letzten Krankheit. Das Gebet steht an erster Stelle im Islam. Mit all diesen hervorragenden Voraussetzungen bist du die am besten geeignete Person als Nachfolger des Propheten. Strecke deine Hand aus, daß wir dir die Bai'a geloben können."

Aber Abu Bakr streckte seine Hand nicht aus. 'Umar sah, daß dieses Zögern alle Fragen erneut aufrollen würde. Das hätte leicht neue Schwierigkeiten schaffen können. So ergriff er selbst Abu Bakrs Hand und gelobte ihm seine Bai'a. Andere folgten seinem Beispiel, und dann strömten von allen Seiten die Männer herbei, um dem Nachfolger des Propheten ihre Bai'a zu bekunden. So wurde Abu Bakr (r) Kalif mit allgemeiner Zustimmung der islamischen Gemeinde.

Die erste Ansprache

Am folgenden Tag ging Abu Bakr (r) in die Propheten-Moschee. Hier legte das Volk die Bai'a ab. Danach bestieg Abu Bakr das Podest als Kalif des Islam und sprach zur versammelten Menge:

"O ihr Menschen! Ich bin zu eurem Führer gewählt worden, obgleich ich nicht besser bin als irgendeiner von euch. Wenn ich etwas Gutes tue, gebt mir eure Unterstützung! Tue ich etwas Falsches, dann macht mich darauf aufmerksam! Hört, Wahrheit ist Ehrlichkeit, und Unwahrheit ist Unehrlichkeit. Die Schwachen unter euch sind in meinen Augen so lange mächtig, bis ich ihnen das gegeben habe, was ihnen zusteht, wie Allah es will. Die Mächtigen unter euch dagegen sind so lange schwach in meinen Augen, bis ich ihnen das genommen habe, was den anderen zusteht, wie Allah es will. Ich sage euch, wenn die Menschen aufhören, den Willen Allahs zu erfüllen, läßt Allah sie in Ungnade fallen. Wenn die Menschen zu Übeltätern werden, schickt Allah Unglück über sie. Merkt euch, ihr müßt mir so lange gehorchen, wie ich Allah und Seinem Gesandten, Allahs Segen und Friede auf ihm, gehorche. Wenn ich Allah und Seinem Gesandten nicht gehorche, braucht ihr mir auch nicht zu gehorchen!"

Alyy verzögert seinen Treueschwur

'Alyy und einige seiner Verwandten hatten wegen einer Meinungsverschiedenheit mit dem Kalifen die Bai'a sechs Monate hinausgezögert. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, hatte nämlich einige Ländereien in AI-Madina und Haibar, worauf seine Tochter Fatima (r) und sein Onkel Al-'Abbas Anspruch erhoben. Aber Abu Bakr wies diesen Anspruch zurück im Hinblick darauf, was der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, selbst gesagt hatte: "Wir Propheten können nicht beerbt werden. Alles, was wir hinterlassen, ist öffentliches Eigentum."

Fatima (r) wußte nichts von diesem Ausspruch ihres Vaters. Sie war der Meinung, daß ihr Anspruch völlig zu Recht bestand. Sie und ihr Gatte 'Alyy waren deshalb etwas verbittert. Heuchler waren schnell bereit, das Mißverständnis aufzubauschen.

Abu Bakr und 'Alyy waren beide uneigennützig. Fatima war krank, und Abu Bakr ging zu ihr und klärte das Mißverständnis persönlich auf. Nachdem Fatima kurz darauf gestorben war, suchte 'Alyy Abu Bakr auf und sagte:
O Siddiq, wir erkennen deine Überlegenheit an. Wir neiden dir nicht die Stellung, die dir Allah gegeben hat. Aber als Verwandte des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, waren wir doch der Meinung, daß das Kalifat uns zustehe.

Wir glaubten, du hättest uns dieses Recht genommen“

Diese Worte rührten Abu Bakr zu Tränen und er sagte: "Bei Allah! Die Verwandten des Propheten sind mir teurer als meine eigenen Verwandten." 'Alyy war mit dieser Versicherung zufrieden. Er ging in die Moschee und legte öffentlich den Treueschwur ab.

Usamas Feldzug nach Syrien

Einige Wochen vor seinem Tod hatte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, Usama zum Führer eines Feldzuges gegen Syrien ernannt. Usama sollte den Tod seines Vaters Zaid, des freigelassenen Dieners des Propheten, rächen. Zaid (r) war von den Syrern in der Schlacht von Mu'ta getötet worden. Während der Vorbereitung des Feldzuges wurde der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, ernstlich krank und starb. Dadurch verzögerte sich Usamas Aufbruch um einige Wochen. Sobald nachdem Abu Bakr Kalif geworden war, dachte er daran, den Feldzug durchzuführen.

Der Tod des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, brachte einige Leute auf den Gedanken, daß mit seinem Ende auch das Ende des Islam gekommen sei. Viele Stämme waren erst vor kurzer Zeit in die Gemeinde des Islam aufgenommen worden. Doch waren sie keinesfalls fest im neuen Glauben.

Bei vielen von ihnen wurden Anzeichen bemerkt, daß sie aus der Gemeinschaft des Islam ausbrechen wollten. Abu Bakr sah sich in einer schwierigen Lage. Er mußte die Befehle des Propheten um jeden Preis ausführen und den vom Gesandten Allahs geplanten Feldzug unternehmen. Einige der Sahaba meinten jedoch, daß es besser sei, diesen Gedanken in dieser Lage fallen zu lassen.

"Überall braut sich Unruhe zusammen", sagten sie. "Es sei unklug, Truppen in ein fremdes Land zu senden, wenn sie dringend im eigenen Land gebraucht würden." Aber Abu Bakr wollte nicht auf sie hören.
 "Wie kann ich die Flagge einziehen, die der Gesandte Allahs selbst entfaltet hat?" fragte er. "Es ist einfach undenkbar!" Dann wandten einige ein, daß Usama noch zu unerfahren sei -er war noch keine 20 Jahre alt -, um den Feldzug zu führen. Es sei klüger, einem erfahreneren Mann das Kommando zu übertragen. Diese Bedenken erregten Abu Bakrs Zorn. "Welches Recht habe ich", fragte er, "einen Mann abzusetzen, der vom Gesandten Allahs ernannt worden ist?"
 So brach die Expedition unter Usama ungefähr drei Wochen nach dem Tod des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, auf. Abu Bakr begleitete Usama ein Stück des Weges. Der jugendliche Befehlshaber war zu Pferde, während der Kalif neben ihm zu Fuß ging. Usama sagte: "O Nachfolger des Gesandten Allahs, nimm doch auch ein Pferd oder erlaube mir, abzusitzen!"

"Bei Allah ", entgegnete Abu Bakr, "ich stimme keinem der beiden Vorschläge zu. Was macht es schon, wenn meine Füße staubig werden, während ich einige Schritte auf Allahs Wegen schreite? Jeder Schritt auf Allahs Wegen wiegt so viel wie 700 gute Taten."

Auch 'Umar war unter Usamas Kommando. Aber Abu Bakr brauchte ihn in AI-Madina als Berater. Deshalb bat er Usama um die Einwilligung, daß 'Umar in AI-Madina bliebe. Usama war einverstanden.

Ehe der Kalif sich von Usama trennte, gab er ihm viele wertvolle Ratschläge, unter anderem:

"Sei nicht unehrlich! Täusche niemanden! Verstecke deine Kriegsbeute nicht! Verstümmele niemanden! Töte nicht Frauen, Alte und Kinder! Verbrenne keine Dattelpalmen! Schlage keine Obstbäume um! Schlachte eine Ziege, eine Kuh oder ein Kamel nur als Nahrung! Du wirst Menschen antreffen, die der Welt entsagt und sich in ein Kloster zurückgezogen haben; laß sie in Frieden!"
 
Usamas Feldzug war sehr erfolgreich. Er fiel in die Grenzbezirke Syriens ein und kehrte nach 40 Tagen nach Al-Madina zurück. Das Unternehmen brachte noch einen weiteren Erfolg. Es öffnete denen die Augen, die glaubten, daß der Islam am Ende sei. Sie erhielten den klaren Beweis
dafür, daß der Islam es mit den größten Mächten der damaligen Welt aufnehmen konnte. Dies beeindruckte die schwankenden Stämme. Einige von ihnen, die erst kürzlich vom Islam abgefallen waren, kehrten in seine Gemeinschaft zurück.

 
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