Ausbreitung
"Ich glaube, daß kein Gott ist außer Allah, und daß Muhammed der Prophet Gotte ist". Dies ist das Glaubensbekenntnis des Muslims. Wer es ausspricht, bekennt sich zum Islam, den Muhammed (s.a.v.) Anfang 7. Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung zu verkünden begann. Der stark ausgeprägte Monotheismus (Lehre von der Einheit Allahs) ist die zentrale Botschaft des Islam, und das Gefühl der eigenen Ohnmacht und der totalen Abhängigkeit von dem einen, allmächtigen und allwißenden Schöpfers Allah die bestimmende Grundhaltung des Muslims. Die fünf Hauptpflichten des Islam sind das Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, das Almosen, das Fasten und die Wallfahrt nach Mekka.
Die Verkündung sollte in wenigen Jahren die Welt verändern: die Welt der Mekkaner, der Araber und auch der benachbarten Regionen. Es sollte sich bald zeigen, daß nicht nur eine neue Religion geboren, sondern mit ihr einen revolutionäre politische Neuordnung verbunden war.
Muhammed (s.a.v.) wurde im Jahre 570 n.Chr. geboren. Sein Vater Abdullah starb vor seiner Geburt. Er wuchs deshalb im Hause des Großvaters und des Bruder seines Vaters auf. Nach der herrschenden Sitte übergab seine Mutter, Amina, den Säugling einer Beduinen-Amme, bei der er mehrere Jahre in der Wüste verbrachte.
Die Stadt Mekka blühte seit Jahrhunderten durch Handel mit Gewürzen und Weihrauch von Südarabien und dem indischen Ozean. Die Kaufmannsfamilien waren reich. Auch Muhammed (s.a.v.) hatte Handelskarawanen begleitet. Er war nun 25 Jahre alt geworden, und seine Ehrenhaftigkeit war allgemein bekannt. Eine reiche Witwe aus Mekka, Khadidschah, heiratete ihn. Wie schon sein Großvater, so begann er jetzt, sich während des ganzen Monats in eine Hölle zurück zu ziehen. Dort betete er, meditierte und Teile seine knappen Vorräte mit den Reisenden, die vorbeizogen. Im fünften Jahr seiner jährlichen Zurückgezogenheit wurde er vierzig Jahre alt. Gegen Ende des Monats erhielt er während der Nacht den Besuch eines Engels. Dieser teilte ihm mit, daß Gott ihn zu Seinem Boten auserwählt und den Menschen gesandt habe; er lehrte ihn die Abwaschungen und das Gebet, und teilte ihm den göttlichen Auftrag mit: "Lies im Namen Deines Herrn des Schöpfers, der den Menschen erschuf aus geronnenem Blut! Und der Edelmütigste ist Dein Herr. Er, der das Schreibrohr gebrauchen lehrte. Der die Menschen lehrte, was sie nicht wußten." Dies war seine erste Offenbarung (Sure 96, 1-4); andere Offenbarungen folgten.
Unter dem Druck und dem Folter der mekkanischen Kaufleute, die einem vielgestaltigen Polytheismus anhingen und denen sowohl die Lehre von dem von dem Einen Gott als auch die Existenz einer Gemeinde ein ärgernis waren, mußten Muhammed (s.a.v.) und seine Gemeinde im Jahre 622 nach Medina auswandern. Die Auswanderung (Hidschra) nach Medina ist ein Schlüßeldatum im Leben des Propheten und seiner Gemeinde. Das Jahr der Hidschra wurde das Jahr 1 islamischer Zeitrechnung. Aus dem Glauben eines relativ kleinen Häufchens von Menschen wurde eine gestaltende gesellschaftliche und politische Kraft.
Der Prophet hatte seine Nachfolge nicht ausdrücklich geregelt. Seine Söhne waren als Kleinkinder gestorben; seine einzige Tochter, Fatimah, war mit seinem Vetter Ali verheiratet. Wer sollte die Gemeinde führen ? Die Mehrheit trat für eine Wahl ein. Eine Minderheit argumentierte, daß der Nachfolger aus dem Blut des Propheten sein müße. Für sie kamen nur Ali und dann dessen Söhne aus der Ehe mit Fatimah in Frage. Gegen die "Partei Alis" (arabisch: schiat Ali deshalb Schiiten) setzten sich die Sunniten durch. Schließlich wurde Abu Bekr zum Khalifen (Stellvertreter) ausgerufen. Er starb bald darauf, seine beiden Nachfolger, Umar und Uthman, wurden ermordet. Ali wurde erst als Vierter 656 Khalif. Schon 661 fiel er zum einem Attentat zum Opfer. Beim Tod des Propheten im Jahre 632 hatte sich der Islam schon über weite Teile der Arabischen Halbinsel ausgedehnt. Die Ausbreitung des Islam hat in der Religionsgeschichte nicht ihresgleichen. In wenigen Jahrzehnten erreichten die arabischen Heere Nordafrika und Spanien und stießen durch das Zweistromland nach Persien und Zentralasien vor. Damit schufen sie die Voraussetzung für die Ausbreitung in späteren Jahrhunderten etwa durch die Türken (Seldschuken und Osmanen ). Noch in neurer Zeit zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert verbreitete sich der Islam in Indonesien.
Um in einem großen Reich, die Regierung, Verwaltung und Rechtswesen zu regeln, mußte das Recht weiterauserarbeitet werden. Berufen waren die Theologen als Kenner des Korans. Diese nahmen die Sunna, das heißt "die Gewohnheit" des Propheten, was er selbst noch gesagt und getan, gebilligt oder mißbilligt hatte, als Grundlage. Das arabische Wort dafür ist "sharia", ein Begriff, dessen Bedeutung der "Weg" ist.
Der Zusammenstoß des Islam mit den benachbarten Hochkulturen ließ enorme kulturelle Kräfte freiwerden. In Wissenschaft und Kunst entstand seit 8. Jahrhundert eine eigene islamische Hochkultur, deren Errungenschaften zwischen Nordafrika und Indonesien, Schwarzafrika und Zentralasien noch heute zu bewundern sind.
Mit den türkischen Osmanen unternahm es ein muslimisches Volk seit dem 13. Jahrhundert ein letztes Mal, ein islamisches Großmacht zu errichten. Zweimal belagerten die Türken Wien (1529; 1683) und "bedrohten" damit Europa ählich wie jene Araber fast ein Jahrtausend zuvor.
Der Niedergang des Osmanischen Reichs nach der zweiten Niederlage vor Wien und der Aufstieg Europas und Amerikas seither haben die Muslime in eine tiefe Krise gestürtzt.
Glaubensbekenntnis
Ia Ilahn illa ´llahu: Mohammadun ´llah (Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet (Gesandter Allahs).
Mit dem Aufsagen des Glaubensbekenntnisses (Kalima) vor islamischen Zeugen wird man Moslem.
Die 5 Gebete
Voraussetzungen zum rituellen Gebet (Al-Salat)
· Durchführung der vorgeschriebenen Waschungen
· Der Gebetsplatz muß sauber sein
· Körper und Kleidung müssen rein und ordentlich sein
· Das Gesicht muß zur Kaaba nach Mekka gerichtet sein
· Das Gebet hat in zuchtvoller Haltung und in Ehrfurcht vor Allah zu geschehen. Reden, Lachen, Spielen oder Essen während des Gebetes machen dasselbe wertlos.
Die Waschungen
· Waschen der Hände
· Ausspülen des Mundinneren
· Waschen des Inneren der Nase
· Waschen des Gesichtes
· Waschen der Unterarme
· Mit der Hand über die Haare streichen
· Ohren auswischen
· Füße waschen
Die Zusammensetzung der 5 Gebete für jeden Tag:
· Das Morgengebet besteht aus 2 Gebetsgängen
· Das Mittagsgebet aus 4 Gebetsgängen
· Das Nachmittagsgebet aus 4 Gebetsgängen
· Das Sonnenuntergangsgebet aus 3 Gebetsgängen
· Das Abendgebet aus 4 Gebetsgängen
· Jeder Tag besteht aus insgesamt 17 Gebetsgängen
Inhalt des Gebetsganges (Bsp.: Morgengebet)
· Nach der Waschung steht der gebetsbereite Moslem in Richtung Mekka gewandt, hebt seine Hände an die Ohren und sagt: Allahu akbar (Allah ist größer)
· Dann spricht er still für sich die Al-Fatiha (Sure 1, das Hauptgebet des Islam) oder eine kleine Sure. (vorzugsweise Al-Ikhlas = Sure 112).
Sure 1:
"(1) Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. (2) Lob sei Gott, dem Herrn der Menschen in aller Welt, (3) dem Barmherzigen und Gnädigen, (4) der am Tage des Gerichts regiert! (5) Dir dienen wir, und dich bitten wir um Hilfe. (6) Führe uns den geraden Weg, (7) den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die d(ein)em Zorn verfallen sind und irregehen!"
Sure 112:
"Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. (1) Sag: Er ist Gott, ein Einziger, (2) Gott, durch und durch. (3) Er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden. (4) Und keiner ist ihm ebenbürtig."
· Dann sagt er: "Allahu akbar," verbeugt sich dreimal: "Gepriesen sei mein gewaltiger Herr!"
· Anschließend richtet er sich auf und sagt: "Gott hört den, der ihn lobt."
· Dann bekennt er: "Allahu akbar", wirft sich nieder, bis seine Stirn den Boden berührt und sagt dreimal: "Gepriesen sei mein Herr, der Höchste!"
· Dann sagt er: "Allahu akbar!" und richtet seinen Oberkörper noch immer kniend auf.
· Daraufhin betet er zum zweitenmal an und sagt dreimal: "Gepriesen sei mein Herr, der Höchste!"
· Dann sagt er: "Allahu akbar", steht auf und beginnt den zweiten Gebetsgang, indem er nochmals, still für sich, die Al-Fatiha oder eine andere kleine Sure zitiert
· Daraufhin sagt er: "Allahu akbar", verbeugt sich und spricht in der Verbeugung dreimal: "Gelobt sei mein gewaltiger Herr!"
· Dann richtet er sich auf und sagt: "Allah hört den, der ihn lobt."
· Wieder folgt: "Allahu akbar", dann wirft er sich zu Boden und sagt dreimal: "Gepriesen sein mein Herr, der Höchste!"
· Dann erfolgt erneut: "Allahu akbar", worauf er seinen Oberkörper, noch kniend, wieder aufrichtet.
· Daraufhin wirft er sich (zum viertenmal beim Morgengebet) nieder und sagt dreimal: "Gepriesen sei mein Herr, der Höchste!"
· Dann richtet er sich, noch kniend, auf und bekennt seinen islamischen Glauben:
"Allah gebühren die Grüße, die Opfer, die Gaben und die Gebete.
Friede sei auf dir, du Prophet, und Barmherzigkeit Allahs und seine Segnungen.
Friede sei auf uns und auf allen rechten Anbetern Allahs.
Ich bekenne, daß es keinen Gott gibt, außer Allah.
Er ist allein und hat keinen Teilhaber neben sich.
Und ich bekenne, daß Mohammed sein Sklave und Gesandter ist."
· Daraufhin wendet er sich, immer noch kniend, zu seiner Rechten und sagt: "Der Friede sei auf euch und die Barmherzigkeit Allahs."
Aus einem Lehrbuch für Religionsunterricht, herausgegeben für Vorschulklassen in Nordafrika. (Abd-Al-Masih; Wer ist Allah; S.91 ff.)
Ein freies Gebet, wie wir es kennen, wird im Islam kaum gebetet. In der Mitte steht immer das rituelle Gebet, das teilweise durch freies Gebet erweitert wird, in der Hoffnung, daß Allah dadurch noch besser erhört. Der Schwerpunkt aber liegt in der allein
igen Anbetung Allahs in festen Formen.
Wichtigste
Der Islam, die Religion des Friedens
Islam bedeutet wörtlich 1. Frieden, 2. die Lebensweise, durch die man Frieden erlangen kann und 3. Ergebung; denn die Ergebung in den Willen Gottes ist der sicherste Weg, den Frieden zu gewährleisten. Diese vollkommene Ergebung in Gottes willen macht auch den religiösen Sinn des Wortes Islam aus.
Der Zweck der Religion
Der Islam legt für seine Anhänger eine alles einschließende Lebensweise fest, mit deren Hilfe sie alles, was gut und edel ist am Menschen zur Entfaltung bringen können, so dass ungetrübter Friede herrschen kann von Mensch zu Mensch.
Der Prophet des Islams
Muhammad, der Prophet des Islams, wie man ihn allgemein nennt, war der letzte der Propheten Gottes. Die Muslime, d.h. die Anhänger des Islams, glauben an alle Propheten Gottes, also auch an Abraham, Moses und Jesus, denen der göttliche Wille zur Rechtleitung der Menschheit offenbart worden ist
Der Qur'an
Das Heilige Buch der Muslime ist der Qur'an. Die Muslime glauben an den göttlichen Ursprung aller anderen Heiligen Schriften, doch sind sie der l'4einung, dass diese vorausgegangenen Offenbarungen durch menschliche Machenschaften verfälscht worden sind und dass der Qur'an, das letzte Buch Gottes, als Zusammenfassung der früheren Heiligen Schriften gekommen ist Er bestätigt, erfüllt, vervollständigt und erklärt eingehend die eine wahrhafte Offenbarung, die von dem Einen, Wahren Gott zu allen Zeiten herabgesandt worden ist.
Die Glaubens - Artikel
Diese sind 6 an der Zahl:der Glaube an 1)Allah (Gott), 2) die Engel, 3) die offenbarten Bücher, 4) die Gesandten Gottes, 5) die Vorherbestimmung von Gut und Böse, 6) die Auferstehung nach dem Tod.Das Leben nach dem Tod ist nach islamischer Lehre kein neues Leben, sondern eine Fortsetzung unseres Erdendaseins, bei der alle verborgenen Tatsachen ans Licht kommen. Es ist ein Leben des uneingeschränkten geistigen Fortschritts; jene, die sich hier auf Erden dieses Fortschritts würdig erweisen, werden in das Paradies eingehen, was eine andere Bezeichnung für das erwähnte Leben des geistigen Fortschritts nach dem Tod ist; jene aber, die ihre Fähigkeiten verkümmern lassen, indem sie sich zu schlechten Taten in diesem Leben hinreißen lassen, werden Bewohner der Hölle sein - also ein Leben führen, in dem sie paradiesische Glückseligkeit nicht zu empfinden vermögen und in dem sie großen Qualen ausgesetzt sind, damit sie sich von jeglicher Unreinheit befreien können und so für das Leben im Paradies reif werden. Der Zustand, der einem nach dem Tod zuteil wird, ist ein Spiegeldes geistigen Zustands, in dem man sich in diesem Leben befunden hat
Die fünf Grundpfeiler des Islam
Die fünf Grundpfeiler des Islam sind
1. Glaubensbekenntnis (Shahâda):
"Ich bezeuge: Es gibt keinen Gott außer DEM Gott. Muhammad ist der Gesandte Gottes. 2. Gebet (Salat): fünfmal täglich:
1. bei Sonnenaufgang
2. zur Mittagszeit
3. am späten Nachmittag
4. bei Sonnenuntergang
5. nach Sonnenuntergang
3. Abgabe ("Armen"-Steuer) (Zakat)
5. Pilgerreise (Haddsch) zur Ka´ba in Mekka
4. Fasten (Saum) im Monat Ramadan
Nach dem Tod
Die Frage, ob es em Leben nach dem Tod gibt, liegt außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Wissenschaft, da sie nur die Einordnung und der Analyse von Daten behandelt. Darüberhinaus beschäftigt sich der Mensch mit wissenschaftlichen Untersuchungen und Forschungen, im modernen Sinne des Begriffs, erst seit wenigen Jahrhunderten, wohingegen er mit dem Begriff des Lebens nach dem Tod seit undenklichen Zeiten vertraut ist.
Alle Propheten Gottes riefen ihre Mitmenschen dazu auf, Gott zu dienen und an das Leben nach dem Tod zu glauben. Sie betonten das Leben nach dem Tod so stark, daß der kleinste Zweifel an ihm das Leugnen der Existenz Gottes bedeutet und alle anderen Glaubenssätze wertlos macht. Gerade die Tatsache, daß sich alle Propheten Gottes mit der Angelegenheit des Lebens nach dem Tod so vertrauensvoll und so überzeugend befaßt haben - zwischen den Einzelnen von ihnen lag manchmal eine Zeitspanne von tausenden von Jahren - beweist, daß die Quelle ihres Wissens über das Leben nach dem Tod, wie es von ihnen allen erklärt wurde, dieselb‚ war, nämlich die göttliche Offenbarung. Wir wissen auch, daß die Mitmenschen der Propheten Gottes ihnen sehr feindlich gegenüberstanden, hauptsächlich was das Leben nach dem Tod betraf, da diese Mitmenschen dachten, ein Leben nach dem Tod sei unmöglich. Trotz dieser feindlichen Haltung haben die Propheten zahlreiche treue Gefolgschaft gewonnen. Die Frage stellt sich: Was ließ diese Anhänger bestehenden Glauben, Traditionen und Gewohnheiten ihrer Vorfahren aufgeben, ungeachtet der Gefahr, ihrer eigenen Gemeinde völlig entfremdet zu werden? Die einfache Antwort lautet: Sie machten von ihrer seelischen und geistigen Kraft Gebrauch und erkannten die Wahrheit.
Haben sie die Wahrheit duch sinnliche Wahrnehmung erkannt? Sicherlich nicht, da eine sinnliche Wahrnehmung des Lebens nach dem Tod nicht möglich ist. Im Wirklichkeit gab Gott den Menschen neben der sinnlichen auch vernunftsmäßige, ästhetische und geistige Wahrnehmungsf†higkeit. Es ist diese Wahrnehmungsf†higkeit, die den Menschen führt, wenn es um die Wahrnehmung von Wirklichkeiten geht, die nicht durch Sinneskraft nachzuweisen sind. Aus diesem Grund appelierten alle Propheten Gottes, als sie die Menschen zum Glauben an Gott und an das Leben nach dem Tod riefen, an die ästhetische, geistige und vernunftsmäßige Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen. Zum Beispiel als die Götzendiener von Makkah gerade das Leben nach dem Tod in Abrede stellten, enthüllte der Qur'an die Schwäche ihrer Stellung durch das Vortragen von logischen und vernunftsmäßigen Argumenten zur Bekräftigung des Lebens nach dem Tod:
Und er prägt Uns Gleichnisse und vergißt seine eigene Erschaffung. Er sagt: "Wer kann die Gebeine beleben, wenn sie morsch geworden sind?" (QS. 36:78)
Spricrer Leugnung des Lebens nach dem Tod nennen können, denn diese Leugnung beruht auf bloßen Vermutungen:
Und sie (die Ungläubigen) sagen: "Es gibt nichts als dies unser irdisches Leben; wir sterben und wir leben, und nichts als die Zeit, die uns vernichtet." Jedoch sie besitzen darüber kein Wissen; sie vermuten es nur. (QS. 45:24)
Und wenn ihnen Unsere deutlichen Verse verlesen werden, so wenden sie lediglich ein: "Bringt unsere Väter (zurück), wenn ihr wahrhaftig seid." (QS. 45:25)
Sprich: "Allah gibt euch das Leben und läßt euch dann sterben; dann wird Er euch am Tage der Auferstehung (vor Sich) versammeln; darüber besteht kein Zweifel; jedoch die meisten Menschen wissen es nicht." (QS. 45:26)
Sicherlich wird Gott alle Toten erwecken. Aber Gott hat Seinen eigenen Plan für die Dinge. Ein Tag wird kommen, an dem das ganze Universum zerstört wird und dann wird der tote Mensch wiedererweckt, um vor Gott zu stehen. Jener Tag wird der Beginn des Lebens sein, das niemals enden wird, und an jenem Tag wird jede Person gemäß ihren guten oder schlechten Taten von Gott belohnt. Die Erklärung, die Gott im Qur'an für die Notwendigkeit des Lebens nach den Tod gibt, ist das, was die geistige Wahrnehmung des Menschen verlangt. In der Tat, falls es kein Leben nach dem Tod geben würde, wird der Glaube an Gott belanglos, und selbst wenn man an Gott glaubt, würde Er ein ungerechter und gleichgültiger Gott sein. Denn das würde heißen, Er hätte den Menschen erschaffen, ohne an seinem Schicksal interessiert zu sein. Sicherlich ist Gott gerecht. Er wird die Tyrannen bestrafen, deren Verbrechen zahllos sind: das Umbringen von Hunderten unschuldiger Menschen, das Einführen von Hunderten von verderblichen Einflüßen in die Gesellschaften, das Unterjochen von zahlreichen Menschen, damit sie ihren Einfällen dienen usw... Da der Mensch eine sehr kurze Lebensspanne hat und diese materielle Welt nicht ewig dauert, sind angemessene Belohnungen und Bestrafungen für die guten bzw. schlechten Taten des Menschen in diesem Leben nicht möglich. Der Qur'an berichtet nachdrücklich, daß der Tag des Gerichtes kommen muß, und daß Gott über das Schicksal jeder Seele gemäß ihrem Tatenregister entscheiden wird:
Und es sagen diejenigen, die ungläubig sind: "Wir werden die Stunde nicht erleben." Sprich: "Ja doch, bei meinem Herrn, dem Kenner des Verborgenen, sie wird gewiß über euch kommen! Nicht einmal das Gewicht eines Stäubchens in den Himmeln oder auf Erden ist vor Ihm verborgen; noch gibt es etwas Kleineres oder Größeres als dieses, das nicht in einem deutlichen Buch stünde. (QS. 34:3)
Er belohnt gewiß diejenigen, die glauben und gute Werke tun. Solche sind es, die Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung erhalten werden." (QS. 34:4)
Und jene aber, die versuchen, Unsere Zeichen zu entkräften - sie sind es, denen eine Strafe schmerzlicher Pein zuteil wird. (QS. 34:5)
Der Tag der Auferstehung wird der Tag sein, an dem die Eigenschaften Gottes, die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit, gelten. Gott wird jene mit Seiner Barmherzigkeit überschütten, die Seinetwillen in diesem irdischen Leben gelitten haben, glaubend, daß auf sie eine ewige Wonne wartet. Aber jene, die die Wohltaten Gottes schmähten und sich um das nächste Leben nicht kümmerten, werden sich in einer höchst erbärmlichen Lage befinden. Im Qur'an lesen wir einen Vergleich zwischen den beiden Gruppen:
Ist denn der, dem Wir eine schöne Verheißung gaben, die er erfüllt sehen wird, gleich jenem, den Wir mit den guten Dingen des irdischen Lebens versorgt haben? Doch dann, am Tage der Auferstehung, wird er unter den Vorgeführten sein. (QS. 28:61)
Im Qur'an wird berichtet, daß dieses irdische Leben eine Vorbereitung auf das nächste und ewige Leben ist. Aber jene, die das Leben nach dem Tod in Abrede stellen, werden Sklaven ihrer Leidenschaften und Begierden, und machen sich über tugendhafte und gottesfiirchtige Menschen lustig. Solche Personen erkennen ihre Torheit erst beim Sterben und dann wünschen sie vergeblich, daß ihnen eine weitere Chance gegeben wird. Ihre erbärmliche Lage beim Sterben und das Schrecken am Tag des Gerichtes auf der einen, und die Wonne, die den aufrichtigen Gläubigen garantiert ist auf der anderen Seite, sind sehr eindrucksvoll in den nächsten Ayat des Qur'an erwähnt worden:
Wenn dann der Tod an einen von ihnen herantritt, sagt er: "Mein Herr, bringe mich zurück (QS. 23:99)
auf daß ich Gutes tue von dem, was ich unterlassen habe." Keineswegs, es ist nur ein Wort, das er ausspricht. Und hinter ihnen liegt eine Trennstrecke zurück bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden. (QS. 23:100)
Wenn dann der Stoß in den Sur erfolgt ist, gibt es zwischen ihnen an jenem Tage keine Verwandtschaftsbande (mehr), und sie werden einander nicht befragen. (QS. 23:101)
Dann werden die, deren Waagschalen schwer sind, die Erfolgreichen sein. (QS. 23:102)
Jene aber, deren Waagschalen leicht sind, werden die sein, die ihrer selbst verlustig gegangen sind; in Gahannam werden sie auf ewig bleiben. (QS. 23:103)
Das Feuer wird ihre Gesichter verbrennen, und sie werden darin mißgebildet sein. (QS. 23:104)
Der Glaube an das Leben nach dem Tod garantiert Erfolg im nächsten Leben, und macht darüberhinaus das Leben in dieser Welt voll von Frieden und Freude, dadurch, daß er die einzelnen Menschen in ihren Aktivitäten verantwortungsvoll und pflichttreu macht. Man denke an die Menschen in Arabien: Als sie nicht an das Leben nach dem Tod glaubten, waren Glückspiel, Wein, Stammesfehden, Beraubung und Mord ihre Hauptmerkmale. Aber sobald sie den Glauben an den Einen Gott und an das Leben nach dem Tod annahmen, wurden sie zur diszipliniertesten Nation der Welt. Sie gaben ihre Untugenden auf, halfen einander in Zeiten der Not und entschieden alle Streitfälle auf der Basis der Gerechtigkeit und Gleichheit. In ähnlicher Weise hat die Leugnung des Lebens nach dem Tod ihre Konsequenzen nicht nur im nächsten Leben, sondern auch in diesem. Wenn ein Volk als ganzes das Leben nach dem Tod in Abrede stellt. nehmen alle Arten des Übels und der Verdorbenheit in dieser Gesellschaft die Oberhand, und es wird letzten Endes zerstört. Im Qur'an erwähnt Gott das fi.irchterliche Ende von den Stämmen 'Ad und Thamud und von dem Pharao mit einigen Einzelheiten:
- Die Tamud und die `Ad leugneten Al- Qaria (die Stunde oder die Pochende). (QS. 69:4)
- Dann, was die Tamud anbelangt, so wurden sie durch einen fürchterlichen Schall vernichtet. (QS. 69:5)
- Und was die `Ad anbelangt, so wurden sie durch einen gewaltigen, eiskalten Wind vernichtet (QS. 69:6)
- den Er sieben Nächte und acht Tage lang ununterbrochen gegen sie wüten ließ, so daß du das Volk hättest sehen können,
- dort niedergestreckt, als wären sie hohle Palm stämme. (QS. 69:7)
- Siehst du von ihnen einen übrig (geblieben)? (QS. 69:8)
- Und Pharao und diejenigen, die vor ihm waren, und die zusammengestürzten Städte waren großen Frevels schuldig (QS. 69:9)
- und sie waren widerspenstig gegen den Gesandten ihres Herrn, darum erfaßte Er sie mit drosselndem Griff. (QS. 69:10)
- Siehe, als das Wasser schwoll, da trugen Wir euch auf dem Schiff (QS. 69:11)
- so daß Wir es zu einer Erinnerung für euch machten, und auf daß bewahrende Ohren sie bewahren mögen. (QS. 69:12)
- Und wenn in den Sur gestoßen wird mit einem einzigen Stoß (QS. 69:13)
- und die Erde samt den Bergen emporgehoben und dann mit einem einzigen Schlag niedergeschmettert wird (QS. 69:14)
- an jenem Tage wird das Ereignis schon eingetroffen sein. (QS. 69:15)
- Und der Himmel wird sich spalten; denn an jenem Tage wird er brüchig sein. (QS. 69:16)
- Und die Engel werden an seinen Rändern stehen, und acht (Engel) werden an jenem Tage den Thron deines Herrn über sich tragen. (QS. 69:17)
- An jenem Tage werdet ihr (Allah) vorstellig sein - keines eurer Geheimnisse wird verborgen bleiben. (QS. 69:18)
- Was dann den anbelangt, dem sein Buch in die Rechte gegeben wird, so wird er sagen: "Wohlan, lest mein Buch. (QS. 69:19)
- Wahrlich, ich habe damit gerechnet, daß ich meiner Rechenschaft begegnen werde." (QS. 69:20)
- So wird er ein Wohlleben (QS. 69:21)
- in einem hochgelegenen Paradies führen (QS. 69:22)
- dessen Früchte leicht erreichbar sind. (QS. 69:23)
- "Esset und trinkt und lasset es euch wohl bekommen für das, was ihr in den vergangenen Tagen gewirkt habt." (QS. 69:24)<
- Was aber den anbelangt, dem sein Buch in die Linke gegeben wird, so wird er sagen: "O wäre mir mein Buch doch nicht gegeben worden! (QS. 69:25)
- Und hätte ich doch nie erfahren, was meine Rechenschaft ist! (QS. 69:26)
- O hätte doch der Tod (mit mir) ein Ende gemacht! (QS. 69:27)
- Mein Besitz hat mir nichts genützt. (QS. 69:28)
- Meine Macht ist von mir gegangen." (QS. 69:29)
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